Volltext: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

ein großes Unglück für die ganze Familie und jedes einzelne Glied derselben.

1. Ohne Frieden in der Familie sind die ein¬zelnen Glieder derselben in großer Gefahr, die ewige Seligkeit zu verlieren. Bei weitem die Mehrzahl der Menschen soll in der Familie ihr ewiges Heil wirken. Darum muß diese so beschaffen sein, daß sie der Erreichung dieses Zieles kein Hinderniß in den Weg legt, im Gegentheile dieselbe befördert. Das ist aber nicht der Fall in einer Familie, in der Unfriede, Zank und Streit herrscht. Will man die ewige Seligkeit erreichen, so muß man vor Allem die Sünde zu meiden suchen. Wie viele Sünden aber werden in einer Familie begangen, in der Uneinigkeit an der Tagesordnung ist? Ist nicht der Unfriede selbst schon eine Sünde? Die Eheleute haben einst, als sie sich vor dem Altare die Hand zum Lebensbündniß reichten, vor Gott gelobt, den Frieden mit einander zu bewahren. Nun heißt es aber in der heiligen Schrift: ‘„Wenn du dem Herrn ein Gelübde gemacht hast, so säume nicht, es zu erfüllen" ’ (V Mos. 23, 21).

Zu wie vielen anderen Sünden aber führt die¬ser Unfriede in der Familie? Man denke nur an all' die vielen lieblosen Gedanken, Gedanken des Hasses und der Rachsucht, an die vielen lieblosen Reden, zu denen er Veranlassung gibt. Ja man

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