Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Die christliche Familie

erscholl bei seiner Geburt aus Engels Mund auf den Fluren Bethlehems die Botschaft: ‘„Friede auf Erden den Menschen, die eines guten Willens sind."’ Und darum war es nach der Auferstehung sein Lieblingsgruß: ‘„Der Friede sei mit euch."’ Diesen Frieden wünscht uns Allen auch die heilige Kirche, darum spricht sie nach der Taufe: ‘„Gehe in Frie¬den; der Herr sei immer bei dir."’ Und der letzte Segenswunsch der Kirche nach unserem Tode lautet: ‘„Er ruhe in Frieden,"’ ‘»Requiescat in pace«’

Diesen Frieden aber wird der Einzelne selten besitzen, wenn er nicht in einer Familie aufwächst und erzogen wird, die eine Stätte des Friedens ist. Darum besitzt der Familienfriede eine hohe Bedeu¬tung für einen jeden Menschen. Um dieselbe noch besser zu erkennen, wollen wir jetzt die zweifache Frage beantworten: 1. Welche Nachtheile bringt das Schwinden des Friedens aus der Familie? 2. Wie kommt es, daß in vielen Familien kein Friede herrscht?

I.

Eine jede Familie soll eine Stätte des Friedens sein. Es gibt ja auf Erden keine Gesellschaft, wo die Herzen durch so starke, feste und doch zarte Bande mit einander vereinigt sind als in der Familie. Schwindet der Friede aus einem Hause, so ist das

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