Full text: Matthias <von Bremscheid>: ¬Der christliche Mann in seinem Glauben und Leben

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sein gegen unsern unendlich guten Vater dort oben im 
Himmel; da sollten wir es über uns bringen, Wochen, 
Monate, ja vielleicht selbst Jahre lang in schweren 
Sünden zu leben und ihm als treulose Söhne gewisser¬ 
maßen in sein väterliches Angesicht zu schlagen! Nein, 
nein; das wäre der kalten und schwarzen Undankbar¬ 
keit doch zu viel! 
3. Endlich ist Gott, um nur noch dies Eine kurz 
hervorzuheben, unser letztes Ziel und Ende, 
will selbst unser ewiger Lohn im Himmel sein. 
Einst hat er zu seinem treuen Diener, dem Patriarchen 
Abraham, gesprochen: „Ich bin dein überaus 
großer Lohn" (I. Mos. 15, 1). Dieses Wort soll 
einem Jeden von uns gelten. Wenn wir am Ende 
unseres Lebens angekommen sind, wenn wir ausge¬ 
rungen, ausgekämpft und ausgelitten haben, dann will 
er die Krone der ewigen Herrlichkeit auf unser Haupt 
setzen, will uns Antheil nehmen lassen an seiner eige¬ 
nen Seligkeit, will uns beglücken mit der übergroßen 
Wonne der Liebe seines göttlichen Herzens; er will, 
wenn ich so sagen darf, der Busen sein, an dem wir 
ausruhen von unsern Kämpfen und Mühen. Wenn 
wir das recht bedächten, dann müßte gewiß bald unser 
Verhalten gegen Gott ein anderes werden. Man muß 
es ja gestehen, daß Viele aus uns sich gegen Gott 
fast ähnlich benehmen, wie ein stolzer und habsüchtiger 
Mann sich gegen einen armen Bettler an der Straße 
benimmt. Er verachtet ihn, würdigt ihn keines freund¬ 
lichen Wortes, blickt ihn kaum an. Gibt er ihm vielleicht 
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