fullscreen : Cramer, Wilhelm: ¬Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll

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Schranken  zu  halten,  ihnen  etwas  zu  versagen,  so
sehr  es  auch  Vernunft  und  Klugheit  gebietet;  sie
lassen  ihnen  in  Allem  ihren  Willen,  sie  gestatten
ihnen,  was  zu  ihrem  Verderben  dient,  sie  nähren
durch  ihre  unzeitige  Willfährigkeit  in  ihnen  allerlei
Unarten  und  Fehler.  Könnten  wir  da,  wo  wir  in
Leichtsinn  und  Sünde  verkommene  und  unglücklich
gewordene  Menschen  kennen  oder  finden,  überall
ihre  Entartung  bis  auf  die  letzte  Ursache  verfolgen,
wie  oft  würden  wir  diese  Ursache  in  den  Müttern
derselben  finden,  eben  gerade  in  ihrer  unzeitigen
Liebe  zu  ihnen.
O  ja,  jene  natürliche,  durch  den  h.  Glauben
und  durch  die  Gnade  nicht  geregelte  und  geheiligte
und  daher  unzeitige  Liebe  der  Mütter  ist  bei  unzähligen -
  Menschen  der  Grund  zu  ihrem  zeitlichen
und  ewigen  Unglücke.
So  wahr  es  daher  ist,  daß  eine  innige  Liebe  zu
den  Kindern  als  ein  nothwendiges  Erforderniß  für
die  Erfüllung  des  Mutterberufs  hingestellt  werden
muß  (sie  muß  ja  der  Mutter  den  Muth,  die  Geduld, -
  die  Ausdauer,  den  Eifer  zur  Uebernahme  all
der  Beschwerden,  Opfer  und  Mühen,  welche  damit
verbunden  sind,  geben),  so  sehr  thut  es  auch  Noth,
daß  diese  Liebe,  damit  sie  diese  Zwecke  erfülle,  den
übernatürlichen  Charakter  habe,  eine  christliche,  übernatürliche -
  sei.  Sie  kommt  aus  der  Gnade  und
aus  dem  Glauben.  Alle  jene  Eigenschaften,  welche
wir  an  der  natürlichen  Mutterliebe  finden,  diese
Innigkeit,  diese  Hingebung,  diese  Opferwilligkeit,
hat  auch  die  übernatürliche  Mutterliebe  zu  eigen,
nur  veredelt,  gewissermaßen  verklärt,  nur  in  noch
Digtalsierungsvorlage:
Erzbiscl
Max  Planck  institute  for  Human  Developme
            
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