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also ist, sie in dieser Nacht zu entführen“. Einige sagten: „Unser
Herr, wenn du das thust, welches Land wird dich aufnehmen?“ Da
antwortete er: „Ihr Männer wir wollen uns zum Heer der Araber begeben, -
und von ihnen Schutz erlangen.“ „Willst du das, erwiederten
sie, so sei standhaft.“ Er befahl ihnen, auf ihrer Hut zu sein und sich
zum Aufbruch bereit zu halten. Also thaten sie, ohne Aussicht auf
Beistand und Sieg.
Dann begab er sich in der Dunkelheit zum Zelte Tarun’s, die ihren
Geliebten erwartend, ihre Wache und Dienerschaft entfernt hatte. So
trat er unbemerkt hinein; sie ihn verkennend, kam ihm entgegen und
begrüsste ihn, in der Meinung, es wäre Musch. Zu spät erkannte sie
ihn, und beschämt und bange suchte sie ihn auf’s höflichste zu empfangen. -
Er sprach aber zu ihr: „Meintest du, ich wüsste das Geheimniss
deines Herzens nicht? Wehe dir Mittelding von Römerin und Armenierin, -
die du einen Mann wie mich verachtest, und dem Sohne des Fürsten
von Senasena anhängst!“ Dann ergriff er sie mit Gewalt, band ihr die
Hände, verstopfte ihr den Mund, und trug sie auf seinen Schultern nach seinem ¬
Lager, und brach noch in derselben Nacht mit seinem Heere auf
nach der Wiese von Szur, wo sie ausruhten und die Pferde fütterten.
Musch sah zwar Bugur aufbrechen, aber er rührte sich nicht, und
machte gar keine Anstalten zum Weiterzichen. Als seine Truppen ihn
nach der Ursache fragten, sagte er: „Wir wollen morgen früh aufbrechen, -
denn der Weg ist sehr schwierig, und für die Pferde und
Maulthiere sehr eng.“ Sie blieben also bis zum Anbruch des Tags im
Lager; er hatte die Botschaft des Mädchens nicht geachtet. Am folgenden ¬
Morgen zog er nun ebenfalls mit seinem Heere weiter, und als er
in ihr Lager nahe zu ihrem Zelte kam, fand er ihre Hofleute und Diener ¬
erwartend, dass ihre Gebieterin sich zeigte; ihr Heer hatte sich
schon marschfertig gemacht. Da ging der Sklav, welcher Bugur ihren
Plan verrathen hatte, in ihr Zelt, und kam eilig zurück: er finde die
Fürstin nicht, und wisse nicht was die Ursache ihres Verschwindens
sei. Ihre Begleiter wurden bekümmert, ihre Soldaten unruhig, und verlangten ¬
zurückzukehren. Aber die Grossen sagten: „Wenn wir zurückkehren, ¬
so wird der König uns hinrichten lassen, und sagen: Wie
konnte meine Tochter aus eurer Mitte entführt werden, ohne dass ihr
etwas davon wisset! Es hat aber kein anderer die Fürstin geraubt, als
ihr Vetter Bugur, der von Liebe zu ihr entbrannt ist, und der darüber
grollt, dass sie ihn nicht sehen will; deswegen folget uns gegen ihn,
und der Messias wird uns den Sieg gewähren.“ Also bewaffneten sie
sich eilig, liessen ihr Gepäcke zurück, und verfolgten Bugur ange¬