Volltext : Wāqidī, Muḥammad Ibn-ʿUmar: Geschichte der Eroberung von Mesopotamien und Armenien

Augen,  und  so  streitet  für  euren  Glauben,  für  eure  Weiber  und  Kinder,
folgt  den  Geboten  eures  Propheten,  und  geht  hinaus  zum  Gefecht  gegen
eure  Feinde;  denn  jetzt  ist  Widerstand  besser,  als  aller  gebotener  Gottesdienst; ¬
  wer  seine  Feinde  bekämpft,  wird  im  Paradiese  wohnen.  Seht!
auch  ich  komme  herab  aus  meiner  Zelle,  darum  bleibe  keiner  von  euch
aus  dem  Kampfe  zurück.“  —  Dann  liess  er  seine  Leiter  hinab,  und  stieg
hinunter.  Als  sie  dies  sahen,  drängten  sie  sich  zu  ihm,  und  küssten
ihm  die  Hände,  und  warfen  sich  zu  seinen  Füssen  nieder.  Er  befahl
ihnen,  ihm  zu  folgen.  Und  er  führte  sie  in  die  Kirche  Rostenara,  welche
jetzt  die  Hauptmoschee  ist,  und  in  die  Kirchen,  welche  sie  umgaben,
und  betete  daselbst:  dann  begab  er  sich  mit  ihnen  in  die  Kirche  Termiusa, ¬
  und  Scharchia,  und  die  der  Lichter,  und  Johannis,  und  Reria,
und  Marius,  und  in  die  Goldkirche,  und  betete  mit  ihnen  in  jeder,  und
predigte  ihnen,  und  ermahnte  sie  zum  Streite.  Dann  zog  er  mit  ihnen
nach  dem  Kloster  Damluh,  welches  am  römischen  Hippodrom  gegen
das  Säulenthor  lag,  und  rief  den  Mönch,  der  dort  wohnte:  Nun  ist  es
nicht  mehr  die  Zeit  der  Einsamkeit,  noch  des  Gottesdienstes;  und  er
liess  nicht  nach,  bis  auch  dieser  Mönch  herauskam,  und  folgte.  Dann
zog  er  mit  allem  Volk  nach  Niszibin.  Der  Fürt  Tariates  kam  ihm  entgegen, ¬
  stieg  vom  Pferde  ab,  und  ging  vor  den  beiden  Mönchen  her,
bis  zur  Rathedralkirche  der  Maria.  Das  Volk  von  Niszibin  kam  zu  ihm,
und  er  ermahnte  sie  zum  Streit;  sodann  führte  er  sie  zur  Kirche  des
Täufers,  welche  jetzt  die  Hauptmoschee  ist,  und  betete  daselbst;  und
es  war  keine  Kirche  und  kein  Rloster  zu  Niszibin,  wo  er  nicht  gebetet
und  das  Volk  zum  Streit  entflammt  hâtte.  Also  that  er  auch  zu  Maarin ¬
  und  den  umliegenden  Orten.  Dann  kehrte  er  nach  Niszibin  zurück, ¬
  und  nahm  seine  Wohnung  in  einem  Rloster  am  Römischen  Thore;
man  nennt  es  jetzt  die  Moschee  Kende,  damals  aber  nannte  man  es
das  Kloster  des  Abendmahls  (Deir  Kurban).  Allda  betete  er.  Dann
kaufte  er  sich  einen  Panzer  und  ein  Streitross,  und  zog  nach  Ras  Ain.
Sein  Ruf  kam  vor  Arsius,  der  sich  ihn  von  Schahriam  erbat,  um  den
Vortheil  seines  Raths  zu  erhalten.  Schahriam  erfüllte  seine  Bitte;  desswegen ¬
  übertrug  er  es  ihm,  die  gefangenen  Gefährten  des  Propheten
nach  Mardin  zu  führen.  Unterwegs  begegnete  er  der  Maria  auf  ihrem
Wege,  wie  bereits  erzählt  ist,  und  dem  Fürsten  Arsius  selbst  mit  seinem ¬
  Heere,  der  sich  zu  Schahriam  begab.  Diesem  meldete  er,  was  die
Gefangenen  betraf,  und  sagte:  „Ich  bin  der  Mönch  Mischa,  Sohn  des
Christodulus  (Abd  el  Mesih),  den  du  von  Schahriam  erbeten  hast.  Schahriam ¬
  schickt  mich  mit  diesen  Gefangenen  zu  dir.“  Arsius  freute  sich
sehr,  und  sagte  ihm:  „Du  bist  mir  unentbehrlich;  jetzt  aber  bringe  diese
            
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