Volltext : Wāqidī, Muḥammad Ibn-ʿUmar: Geschichte der Eroberung von Mesopotamien und Armenien

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sie  greifen  kein  Schloss  an,  ohne  es  zu  erobern;  sie  treffen  kein  Heer,
ohne  es  zu  schlagen.  Jetzt  sind  sie  in  euer  Land  gekommen,  und  befinden -
  sich  in  eurer  Gegend.  Was  ist  nun  eure  Meinung?“  Sie  sprachen: ¬
  „Fürstin,  was  du  gesprochen  hast,  wissen  wir  alle,  und  bei  dir
ist  jetzt  der  Befehl.“  —  „So  wisset  denn,  fuhr  sie  fort,  euer  Herr  ist
getödtet,  euer  Heer  ist  theils  getödtet,  theils  ertrunken,  und  theils  im
Gebirge  zerstreut;  im  Schlosse  ist  kein  Heer  mehr,  euch  zu  vertheidigen;
es  möchte  also  am  Gerathensten  sein,  euer  Blut  zu  schonen,  eure  Familien -
  und  Güter  zu  schützen,  und  euch  auf  dieselben  Bedingungen  zu
ergeben,  wie  die  Bewohner  des  Landes,  und  mit  den  Arabern  Frieden
zu  schliessen,  und  für  euch,  eure  Güter,  eure  Weiber  und  Kinder  Sicherheit -
  auszuwirken,  und  unter  dem  Schatten  der  Araber  den  Rest
eurer  Tage  zu  verleben.  Darum  sendet  einige  Männer  zu  diesem  Volke,
um  die  Verhandlungen  zu  eröffnen.“  Diesem  Vorschlage  stimmte  man
bei;  dreissig  Männer  unter  den  Vornehmen  und  Oberhäuptern  gingen
über  den  Fluss,  und  begaben  sich  in’s  Lager  der  Moslemin.  Hier  wurden -
  sie  von  einigen  Moslemin  empfangen,  und  nach  dem  Zelte  Chalid’s
geführt,  welcher  mit  seinen  Gefährten  auf  der  Erde  sass,  indem  sie  den
Höchsten  priesen;  kein  Kämmerer,  kein  Thürhüter  bewachte  den  Eingang. -
  Nach  gegenseitiger  Begrüssung  fragte  einer  der  Unterhändler,
der  der  arabischen  Sprache  kundig  war,  nach  dem  Befehlshaber.  Chalid
antwortete:  „Unter  uns  ist  kein  Befehlshaber,  und  keiner,  der  seinen
Bruder  mit  dem  Auge  der  Geringschätzung  ansähe;  denn  der  Islam  ist
uns  gemeinschaftlich,  und  der  Glaube  hat  uns,  die  wir  vorher  zerstreut
waren,  versammelt;  wir  sind  die  Verehrer  Gottes,  und  unsere  Gottesfurcht -
  hat  uns  bei  Gott  Ehre  gemacht;  so  wird  auch  eure  Gottesfurcht
euch  bei  Gott  Ehre  machen;  wir  aber  sind  ein  Volk,  das  das  ewige
Leben  sucht,  und  was  bei  Gott  dem  Allerhöchsten  ist.  Unser  Prophet
hat  gesagt:  Jede  Sache  ist  überflüssig,  äusser  dem  Schatten  des  Hauses,
einem  Stücke  Brod,  und  einem  Rleidungsstücke  zur  Bedeckung  der
Blösse.  Und  er  hat  ferner  gesagt:  Sehet  nicht  auf  den,  der  über  euch
ist,  ihr  werdet  die  Gnade  Gottes  vernachlässigen;  sehet  auf  den,  der
unter  euch  ist,  und  ihr  werdet  der  Gnade  Gottes  danken,  denn  es  geziemt -
  sich,  dass  ihr  die  Gnade  Gottes,  die  er  euch  erwiesen  hat,  nicht
vergesset.  Und  er  hat  gesagt:  Verbreitet  den  Islam  unter  euch,  esset
Speise,  betet  des  Nachts,  so  werdet  ihr  mit  dem  Islam  in’s  Paradies
eingehen.  Wir  aber  befolgen,  was  unser  Prophet  befohlen  hat.“  Als
die  Abgeordneten  diess  hörten,  sprachen  sie:  „Bei  Gott,  Gott  hat  euch
geholfen  wider  uns,  weil  ihr  eurem  Propheten  und  dem  Worte  der
Wahrheit  eures  Glaubens  folget.  Wir  sind  aber  zu  euch  gekommen,
            
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