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sie greifen kein Schloss an, ohne es zu erobern; sie treffen kein Heer,
ohne es zu schlagen. Jetzt sind sie in euer Land gekommen, und befinden -
sich in eurer Gegend. Was ist nun eure Meinung?“ Sie sprachen: ¬
„Fürstin, was du gesprochen hast, wissen wir alle, und bei dir
ist jetzt der Befehl.“ — „So wisset denn, fuhr sie fort, euer Herr ist
getödtet, euer Heer ist theils getödtet, theils ertrunken, und theils im
Gebirge zerstreut; im Schlosse ist kein Heer mehr, euch zu vertheidigen;
es möchte also am Gerathensten sein, euer Blut zu schonen, eure Familien -
und Güter zu schützen, und euch auf dieselben Bedingungen zu
ergeben, wie die Bewohner des Landes, und mit den Arabern Frieden
zu schliessen, und für euch, eure Güter, eure Weiber und Kinder Sicherheit -
auszuwirken, und unter dem Schatten der Araber den Rest
eurer Tage zu verleben. Darum sendet einige Männer zu diesem Volke,
um die Verhandlungen zu eröffnen.“ Diesem Vorschlage stimmte man
bei; dreissig Männer unter den Vornehmen und Oberhäuptern gingen
über den Fluss, und begaben sich in’s Lager der Moslemin. Hier wurden -
sie von einigen Moslemin empfangen, und nach dem Zelte Chalid’s
geführt, welcher mit seinen Gefährten auf der Erde sass, indem sie den
Höchsten priesen; kein Kämmerer, kein Thürhüter bewachte den Eingang. -
Nach gegenseitiger Begrüssung fragte einer der Unterhändler,
der der arabischen Sprache kundig war, nach dem Befehlshaber. Chalid
antwortete: „Unter uns ist kein Befehlshaber, und keiner, der seinen
Bruder mit dem Auge der Geringschätzung ansähe; denn der Islam ist
uns gemeinschaftlich, und der Glaube hat uns, die wir vorher zerstreut
waren, versammelt; wir sind die Verehrer Gottes, und unsere Gottesfurcht -
hat uns bei Gott Ehre gemacht; so wird auch eure Gottesfurcht
euch bei Gott Ehre machen; wir aber sind ein Volk, das das ewige
Leben sucht, und was bei Gott dem Allerhöchsten ist. Unser Prophet
hat gesagt: Jede Sache ist überflüssig, äusser dem Schatten des Hauses,
einem Stücke Brod, und einem Rleidungsstücke zur Bedeckung der
Blösse. Und er hat ferner gesagt: Sehet nicht auf den, der über euch
ist, ihr werdet die Gnade Gottes vernachlässigen; sehet auf den, der
unter euch ist, und ihr werdet der Gnade Gottes danken, denn es geziemt -
sich, dass ihr die Gnade Gottes, die er euch erwiesen hat, nicht
vergesset. Und er hat gesagt: Verbreitet den Islam unter euch, esset
Speise, betet des Nachts, so werdet ihr mit dem Islam in’s Paradies
eingehen. Wir aber befolgen, was unser Prophet befohlen hat.“ Als
die Abgeordneten diess hörten, sprachen sie: „Bei Gott, Gott hat euch
geholfen wider uns, weil ihr eurem Propheten und dem Worte der
Wahrheit eures Glaubens folget. Wir sind aber zu euch gekommen,