Volltext : Chladni, Ernst Florens Friedrich: Die Akustik

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Diese  aus  den  Zahlen  1,  2,  3,  4,  5,  6,  oder  weil  die  Verdoppelung  einer  Zahl
die  Natur  der  Tonverhältnisse  nicht  verändert,  aus  den  Zahlen  1,  3,  5  entstandenen  Jntervalle =
  würden  einen  großen  Zuwachs  erhalten,  wenn  man  auch  die  Zahl  7  mit  aufnehmen
wollte.  Es  ist  das  das  Intervall  4:  7  oder  ½  um  das  Comma  4  kleiner,  als  die  kleine
Septime  c:  b,  15  und  um  das  Comma  125  größer,  als  die  übermäßige  Sexte  c:  ais  1.
Die  Erfahrung  lehrt,  daß  es  in  der  Verbindung  4:  5:  6:  7  oder  1:  4:  3:  4,  und  allenfalls ¬
  auch  in  einigen  andern  Verbindungen  keine  üble  Würkung  thut,  und  daß  es  gewissermaßen ¬
  zwischen  Consonanzen  und  Dissonanzen  mitten  innen  steht.  So  wenig  es  also  zu  tadeln ¬
  ist,  wenn  man  unter  schicklichen  Umständen  etwa  einmahl  von  einem  solchen  Intervalle
Gebrauch  macht,  oder  wenn  man  die  vortheilhafte  Würkung  mancher  weniger  einfachen
Intervalle  durch  eine  von  dem  Gehöre  geschehende  Substitution  des  mit  der  Zahl  7  übereinkommenden ¬
  Tones  erklärt,  so  würde  es  doch  nicht  rathsam  seyn,  die  Zahl  7  allgemein  mit
aufzunehmen,  weil  durch  deren  Verbindung  mit  so  vielen  andern  schon  vorhandenen  Jntervallen =
  eine  allzu  große  Zahl  von  neuen  Tönen  entstehen  würde,  so  daß  diese  wegen  ihrer  Nähe
gegen  andere  Intervalle  sich  weder  gehörig  würden  fassen  noch  ausüben  lassen.  Diese  Schwierigkeiten =
  würden  noch  mehr  ohne  allen  Nutzen  vermehrt  werden,  wenn  man  etwa  auch  andere
Primzahlen,  wie  11,  13,  u.  s.  w.  mit  aufnehmen  wollte.
Anm.  Kirnberger  rechnet  (in  seiner  Kunst  des  reinen  Satzes)  das  Intervall  4  mehr  unter
die  Consonanzen,  als  unter  die  Dissonanzen;  den  mit  der  Zahl  7  übereinkommenden  Ton  nennt
er  i.  An  einer  Berliner  Orgel  hat  er  ein  Mixtur=Register  angebracht,  wo  jeder  Ton  sein  i  hat
L.  Euler  hat  in  den  Mém.  de  l'Acad.  de  Berlin  1764.  vieles  zur  Vertheidigung  des  mit
der  Zahl  7  übereinkommenden  Tones  gesagt,  und  eine  Tonleiter  berechnet,  worinnen  dergleichen
Töne  enthalten  sind,  die  er  tons  étrangers  nennt,  weil  sie  in  keine  Stufe  unsers  Systems  recht  passen.
Er  giebt  als  die  Ursache,  warum  der  Septimenaccord  c,  e,  g,  b,  welcher  sich  durch  keine  kleinern ¬
  ganzen  Zahlen  als  durch  36,  45,  54,  64  ausdrücken  läßt,  weniger  unangenehm  ist,  als
man  bey  so  zusammengesetzten  Verhältnissen  vermuthen  sollte,  folgende  an,  weil  wegen  des  geringen ¬
  Unterschiedes  der  kleinen  Septime    von  dem  Intervalle  7  das  Gehör  letzteres  substituire,
und  (so  wie  man  in  mehrern  Fällen  bey  Anhörung  eines  zusammengesetztern  Verhältnisses,  das
einem  einfachern  sehr  nahe  kommt,  das  einfachere  zu  hören  glaubt)  63  Schwingungen  anstatt
64  zu  hören  sich  einbilde,  wodurch  alles  durch  9  theilbar  wird,  und  die  Töne  36,  45,  54,  63
mit  den  Zahlen  4,  5,  6,  7  übereinkommen.
Es  scheint  diese  Hypothese  Eulers  allerdings  der  Natur  gemäß  zu  seyn.  Wenn  man  also
den  Septimenaccord  der  Dominante  oder  eine  von  dessen  Umkehrungen  in  den  harten  Dreyklang
            
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