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seine schon ehedem vorgetragne Meynung, daß den Gefäßen
Leitungsfähigkeit zwar zukomme, den Nerven aber allein das
Vermögen Muskelbewegung hervorzubringen zugeschrieben
werden müsse, zu stützen hoft. Eben so sind, wie aus dem
zweyten Versuche erhelle, die Nerven beßre Leiter, als die
Arterien und Venen, da sie die Elektricität selbst von diesen
abzuleiten vermögen; man wird daher nie Contraktionen erhalten, =
wenn die Gefäße ohne sich vorher mit Nerven zu verbinden =
in den Muskel verlaufen. Ein gleiches gilt von den
Sehnen, Membranen, und den mit Beinhaut umkleideten
Knochen.
Da Erfahrung lehrt, daß getrocknete Nerven,
wenn sie gerieben worden, Zeichen der Elektricität von
sich geben, so suchte Valli es zu bestimmen, ob auch in diesem =
Zustande sie Elektricität leiten und Zuckungen hervorbringen =
würden; allein er fand das Gegentheil. Auch zeigten
ihm Versuche an Hühnern, daß die Ligatur der Nerven, fern
vom Muskel dem Erfolge nichts schade; Entdeckungen, die,
wie Valli selbst gesteht, seiner Theorie über Identität des
Nervenfluidums und der Elektricität gänzlich entgegen sind.
Jn einigen Hühnern, welche ertränkt und sodann dem
Versuche unterworfen wurden, brachte der Excitator noch
dann, wenn sie kein Zeichen von Leben mehr von sich gaben,
Zuckungen hervor, indeß in andern nichts von allem diesem
erfolgte. Selbst eine Stunde nach dem Tode zuckten sechs auf
diese Art getödtete Hühner mit bedeutender Lebhaftigkeit.
Um die Wirkung zu verstärken, wurde in einigen das Hirn
nebst den Flügelnerven entblößt und armirt, aber auch
dieses vermogte sie nicht ins Leben zurückzurufen, obgleich
sehr heftige Convulsionen erfolgten. Versuche an zwey
Kaninchen angestellt, gaben dieselben Resultate.
Fünfter Brief. (eine Fortsetzung des vorigen.) —
Valli, nachdem er durch Versuche sich überzeugt hatte, daß
die in ertränkten Thieren geweckte Elektricität die schlummernden =
Kräfte so mächtig zuweilen wieder anfache, daß das
scheinbar erloschne Leben aufs neue wieder anglimme; ver=