DRITTES BUCH. II. KAPITEL.
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ZWEYTES KAPITEL.
Fünferley Arten — species — der Tempel. s)
Es giebt fünferley Arten der Tempel, deren Benennungen folgen¬
gende sind:
Pyknostylos, das ist, engsäulig; Systylos, etwas weitsäuli-
ger; Diastylos, noch weitsäuliger; Aräostylos, allzu weitsäulig;
Eustylos, schönsäulig, oder von gehöriger Säulenweite.
Ein Pyknostylos ist, dessen Säulenweite anderthalb Säulen¬
dicken hält: als, der Tempel des vergötterten Julius t), und auf
Cäsars Markte der Tempel der Venus"), und noch andere der¬
gleichen mehr.
s) Des Herrn Weinlig Meinung, (Briefe über Rom, Theil2. S. 13) dass
der Inhalt dieses Kapitels die Jonische Säulenordnung ganz allein angehe, kann ich
nicht beytreten. Vitruv sagt zwar am Ende dieses Buchs, er habe darin die An¬
ordnung der Jonischen Tempel vorgetragen; allein diess bezieht sich bloss auf
das Ende desselben, wo er von der Jonischen Ordnung insbesondere spricht, nachdem
er vorher von den Tempeln überhaupt gehandelt und das Allgemeine davon angege¬
ben hat.
t) August erbauete denselben an seinem Markte, und stellte darin die Gemalde des
Kastors und Pollux und der Victoria auf. S. Plinius B. 35. K.10.
u) d.i. der Tempel der Venus Genitrix, welchen J. Cäsar auf seinem Markte
erbauete, und mit den Gemälden des Timomachus, Medea und Ajax zierte.
Diese scheinen in der Vorhalle aufgehängt gewesen zu seyn, weil Plinius B.55. K. 9.
sich ausdrückt — Ajace et Medea ante Veneris Genetricis aedem dicatis. Zur
Seite der Statue der Göttin stand die der Cleopatra. S. Appian, de bell. civ.
lib. II.
V. I. B.
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