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Stand der Altar in dem Tempel, so scheint mir, wäre diese Anmerkung ungereimt
gewesen. Sind sie der Vesta, der Erde oder dem Meere geweiht, so sollen sie niedriger -
gehalten, den himmlischen Göttern aber sollen höhere errichtet werden: und
da diese Höhe bey ihrem Stand im Freyen immer so gross wie möglich genommen
wurde; so war von ihm die Einschränkung sehr zweckmässig, dass sie jedoch nie
den Stand der Gottheit übertreffen sollten.
Einen solchen Altar des Olympischen Jupiters beschreibt uns Pausanias *). Vermuthlich -
war derselbe im Plane quadrat, und seine Seiten liefen in Böschung, so
dass die obere Fläche etwas kleiner war als die Grundlläche. Sein Unterbau, auf
welchem er stand, und der Prothysis genannt wurde, maals im Umlange hundert
und fünf und zwanzig Fuss. Zu beyden Seiten führten Treppen auf denselben, so
wie auch auf den oberen Altar hinauf. Die Opfer wurden auf der Prothysis geschlachtet, -
und ihre Keulen dann oben auf der Ara verbrannt. Diese hielt im Umfang -
zwey und dreyssig Fuss, und der ganze Altar war höch zwey und zwanzig
Fuss. — Nehmen wir nun die Höhe des Fussgestells im Tempel auf welchem der
Thron Jupiter stand, und die Erhöhung des Fussbodens oder die Stufen des Tempels -
zusammen; so mochte leicht der Stand der Bildsäule den Altar noch übertreffen,
da des Tempels ganze Höhe acht und sechszig Fuss betrug. Jedoch lässt sich hier
von dem einen auf das andere nicht mit Sicherheit schliefsen, weil der Altar, wie
es scheint, nicht die Ansicht der Bildsäule hatte, welche Vitruv als Grund seiner
Bestimmung angiebt, und folglich dessen Höhe leicht ohne Rücksicht auf diese gewählt -
seyn konnte. Übrigens war dieser Altar des Materials wegen nur von roher
Form; und bey derselben Gelegenheit erzählt uns auch Baausanias, dass die Athenienser -
ihre Opferheerde nur in der Eil zu errichten pflegten, und folglich gewöhnlich -
keine stehenden Altäre hatten.
Mit Schüchternheit nur lege ich Ihnen diese Vermuthung vor, indem es mir
immer milslich scheinet, die Worte eines Textes zu ändern, als wozu wenigstens
weit mehr Erudizion erfordert wird, als ich mich zu besitzen rühmen darf. Zum
Schlusse genehmigen Sie die Versicherung meiner uneingeschränkten Hochachtung.
*) Elea, nach Goldhagens Uebersetzung 1. Th. pag. 615.