Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

ſachen/ Das ſiebend bůch. damit ſie vyl ſpeyß darein ſamlẽ/ demnach auch/ ſo daß vnnütz außgeworf-
fen/ verteüwen möchten. Dann ob ſie wol ſchalen/ ſchüpẽ/ vnd grädt ver/
ſchlucken/ werden ſie doch darmit nit geſpeyſet/ außgenommen gar wenig/
als die Sternfiſch oder meerſtern.

Es ſagt Rondelletius/ das er diſer einen bey Magalonen zerſchnittẽ ha
be/ vnd fünff ſchnecken in deſſen leib gefunden/ vnder welchen drey noch
gantz/ vnd zwen mit ſampt den ſchalen ſchon verzeert warẽ. vnd was doch
diſer meerſtern nit über ein ſchů lang. Ich weiß wol das ich diſe ſternen in
dem Aquitaniſchen geſtad geſehen. dann es iſt ein fiſch ſo ſtreymen hatt/
etlich fünff/ etlich acht/ oder zwelff/ oder weniger. doch ſagend ettlich diſes
ſeyend nit recht ſternen. dem ſey wie jm wölle/ es iſt gewiß dz die natur mitt
diſer zaal vernüget geweſen. doch ſeind diſe/ ſo allein fünff ſtreimẽ hand/ {der}
ſternen nam̃en würdiger. Es iſt ein wun{der}barer fiſch/ welcher weil er lebt/
durch ſein werme alles verbreñt vñ verzeert. wie ich aber an dem geſtad ge-
legen/ hab ich jn allein angerüret. dann man ſagt er geſtable auſſerthalben
dem waſſer/ wann aber das meer wider anlauffet/ werde er wider lebendig. An dem hinderẽ theil der ſtreimẽ/ ſthond ye ſiebẽ ſpitzlin nach einãderẽ/ an
der lenge aber zwen vnd zwentzig/ als wann man den Diameter mit ſeinen
circklen vergleichẽ wolt. Vnd ob wol diſes ein kleines thier/ ſtreckt es doch
über die fünff tauſent zünglin herauß.

45.1.

Stern fiſch.

Bellonius zeigt an/ daß die Echinen oder meerigel über ſechs tauſent
hand/ vnd ſeind doch kleiner dann die meerſternen. ſie haben ein maul wie
die jgel mit fünff zänen/ vnd ſeind mit einer herten vnd rauhen haut über
zogen. ſie hand auch ein ſolliche krafft/ daß ſie mit jrẽ ſtreymẽ die ſchnecken
heüßlin voneinanderen reiffen/ vnd brechen doch nit. Sie ſchwimmẽ mitt
thren ſtreimen hin vnd haar/ wann ſie auch etwas fahen wöllen/ ſo ziehẽ ſie
diſe zůſam̃en. Auß allerley arten iſt kaum eine gůt zůeſſen/ doch můß man
auch deren vorhin die haut ab ziehen/ vnd iſt nit faſt ſüß. Es ſeind derẽ zwẽ
gar ſchön. die baumechtige vnnd garnechtige. die baumechtige ſtrecket alle
glider an zwen theil/ wie äſt/ biß zů dem haarechtigẽ. darumb ſehen ſie den
äſten gleich/ vnd hand bey dem maul fünff anheng/ mit vyl zänlinen/ vnd
ye zwiſchen den armen ſeind ſie geſpalten. von dem maul har geth ein welſſe
linien vnd ſtrich durch alle arm auß/ ſonſt ſeind ſie ſchwartz. das haar krim
men ſie hinein. Die garnechtig hatt große ſpitz an jr/ vnd demnach bläter-
lin/ wie das garn knöpff hatt. deßhalben behaltet man ſie beid/ von wegen
jrer wunderbaren zůſammen fügũg/ doch ſeind die beümechtige ſeltzamer.

45.1.

Meerigel.

Ich wil aber wider zů dem handel keeren. Ob ſich wol das hertz bewegt/
meinet man doch es bewege ſich allein das fäl ſo daran hãget. In der rören
aber iſt kein lufft/ ſonder blůt/ dañ es gath ein große adern ſo weyß iſt/ võ
dem orth gegen dem haupt/ das hertz aber ligt in einer haut/ vnnd iſt das
überzwerch fäl oder netze/ ſo den vndern leib von dem obern theilet/ auch
vorhanden/ doch vnuollkommelich. Deßhalben ſoll man fragen wie ſich
das hertz bewege/ weil es den athem nit an ſich zeücht. dann welche allein dẽ
oberen balg bewegen/ die ſeind voll lufft. wir habend aber genůgſam ange
zeigt/ daß die fiſch nit athmen/ wañ es ſich alſo auſpreittet weil das blůt hi
neinghet/ möchte ſich das hertz nitt von einanderen thůn/ darumb můß
man ſagen/ es entſpringe der athem in dem hertzen. wann er aber hinauß
ghet/ můß man bekennen daß die aderen ſchlagen vnd der pulß ghet.

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