Full text: Cardano, Girolamo: Offenbarung der Natur und natürlicher dingen auch mancherley subtiler würckungen

Von mancherlei wunderbaren aber keiner anderen vrſach dañ jrer narung halben. wañ auch der wind we-
yet/ wurdẽ ſie zůoberſt entbor im waſſer ſchwim̃en/ ſo ſie doch dañ am mehr-
ſten verborgen ſeind. Doch ſterben ſie etwan ehe wann man das geſchirr zů
thůt/ weil das waſſer nit getemperiert wirt/ wie auch die mẽnſchẽ in einem
trockenen lufft in den einöden/ ob jn wol am tranck nicht manglet. Wann
aber yemand die in ein geſchirr beſchleüßt/ ſo nit voll waſſer iſt/ lauffen ſie
zů dem oberen theil/ von wegen des luffts werme/ vnd nit von wegen man
gels. dann zů erſten werden ſie deßhalben des luffts ſo vnder dem waſſer iſt
nit beraubet (ſo du wilt/ lufft darunder ſein) auch nit von dem oberen/ ja
von gar keinem/ dieweil ſich der lufft durch die hand nit hinderẽ laßet/ ſon
der durch die finger gath. darumb erſticken ſie wann der lufft ſo das waſſer
hin vnd har weyet/ nit bewegt wirt. Alſo ſeye vonn der fiſchen gedöß ge-
nůgſam geredt.

Die ſchnecken haben lungen/ vnnd ſeind die krebs zweyerley arten ſo im
waſſer vnd auff dem land lebẽ/ deßhalben wirt mit diſem argument bewi-
ſen/ daß die fiſch nit athmen. dañ ſie faren zů oberſt auff das waſſer wañ ſie
wöllen. auß welchẽ zůuermercken/ weil die ander fiſch ſollichs nit thůnd/ dz
ſie nit athmẽ/ dz auch kein lufft vn{der} dem waſſer ſeye. Sie hand den lufft võ
natur in jnen wie auch andere fiſch/ wañ diſen die blaterẽ zerbrech/ wurde
der lufft mit einẽ getöß außbrechẽ. die Sepiẽ aber hand kein blaterẽ/ darũb
geth er mit dem waſſer hinauß. Dañ es iſt vorhin angezeigt/ dz die fiſch al-
le lufft bey jnen habẽ/ damit ſie ſchwim̃en mögẽ. Auß welchẽ wol abzůnem-
men/ daß die fiſch nit athmẽ. dañ ob wol die krebs an wenig lufft vernügt/
vnd aber ob jnẽ auch bey dem maul blaterẽ vnd ein ſchaum vff geth/ wurde
on zweifel/ wañ die fiſch reſpiriertẽ vñ athmetẽ/ ob dem waſſer vñ vmb dz
maul/ bleterlin vnd ein ſchaum erſcheinẽ/ welches dañ Ariſtotelis argnmẽt
iſt. Dz ſich aber etwã ein getöß im waſſer erhebt/ wañ zwey dind vffeinande
deren ſtoßẽ/ antworten wir/ dz nit allein in dem lufft/ ſon{der} auch im waſſer
ein geſtalt des getöß vorhandẽ. welches doch nit mag võ vns vermerckt wer
den/ dañ durch den lufft/ auff dz wenigeſt/ ſo in den ohrẽ ſtecket. Wie hören
es aber die fiſch? da iſt ein zweifel. es iſt gewiß daß ſie die getöß vermercken. weil ſie von dem waſſer herfür kommen/ ſo man jnen rüffet.

Die Delphinen hand gern ſo man ſie mit dem gewonlichẽ nam̃en Simon
neñet. dañ die füßſtapfflen der gewonheitẽ (als etwan ſonſt angezeigt) blei-
ben in den thieren/ als im wachs die bildnußen. Deßhalbe hatt man in etli
chen einöden jnßlen der neüwẽ welt/ die tauben etwan mit den hendẽ gefan
gen/ aber nun nicht mehr. dann ſie habẽ auß langer gewonheit von der ge-
burt an/ jetz die menſchen gelernet fliehẽ. Es hatt auch mein hündlin/ wel
ches beyde eltern gewhonet etwas zůtragen/ in acht tagen gelernet ſtein vñ
eyſen zůtragen. iſt ein wunderbare ſach/ weil man ein anderen hund ſolli-
ches ſchwerlich in zweyen monaten lernen mag/ vnd dz mit großer arbeit. ja da man diſen gar nicht leeret/ trůg er von jm ſelbs/ aber er bracht es nitt
herzů. Deßhalben habend die vorghenden Delphin des nammens gewho
net/ vnnd ihren nach kommenden alſo eingebildet/ daß ſie ſich auch auff di
ſe zeit deſſen fröuwen. Damit ich aber wider zů dem handel komme/ weil
die Delphin athmen/ iſt minder zůuerwunderen/ ſo ſie das getöß hörend. doch hörend auch diſe/ ſo den athem nicht an ſich ziehend/ vnnd wer-
den alſo nitt allein durch des lufftes bewegung erklüfftet/ als wann es

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