Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

Von der Zubereitung und dem Gebrauche wegung haben könne, ferner ſtellet man das Senkblen y z zu recht, damit die Li-
nie e f. horizontal ſtehe, fäſſet dann mit der rechten Hand den Stift, der an
dem Parallelogramm veſt angemacht iſt, an, läſſet ſolchen, doch daß die Spitze
des Zeigers u w auf den Umriſſen der auſſen ſtehenden Objecten immer gehen
möge, auf dem Papier bewegen und Riſſe machen, ſo werden ſelbige die Figur
der äuſſern Sachen proportionirt darſtellen. Weil dieſes Inſtrument auch
vor die Objecte von der Höhe herab zu zeichnen angeordnet iſt, ſo kann man
auch gar wohl die Maculn des Monds damit abzeichnen, gleichwie der Erfin-
der dieſes Inſtruments ſolches gar glücklich präſtiret.

477. Wie man mit Beyhülfe einer Camerä obſcurä allerhand
Gemäble, Kupfer, Kiſſe, a. ganz klein auf ein Papier werfen,
und ſelbige gar accurat, obſchon jemand der Zeichen-
kunſt unerfahren, nachzeichnen @önne.

Die Invention dieſer Maſchinen wird einem Italiäner, Marco Antonio
Cellio zugeeignet, wie die leipziger Acta Menſ. Dec. An. 1687. ſolches bezeu-
gen; die Structur und Figur derſelben, kommet einem Lehnſeſſel, der oben
zugedecket iſt, bey, die Säulen von dem Geländer gehen zimlich hoch hin-
auf, an welchen eine viereckigte Tafel mit Stricken, die um die zween Stol-
len bey A. A. gehen, hin und her gezogen wird, damit aber ſolche allezeit da-
bey in einem horizontalen S@ande, welcher hier erfordert wird, verbleiben
möge, ſo werden bey H H Hölzer zur Gegenſtrebung angerichtet, bey G iſt
auf beyden Seiten ein Nagel eingeſchlagen, um welche man die Stricke,
wann die Tafel in einer gewiſſen Weite beſtändig erhalten werden ſoll, win-
det. Unter dieſer Tafel wird die Figur bey B. die man in das kleinere zu brin-
gen gedenket, veſt angemacht, und von dem in F. ſtehenden Spiegel, als aus
welchem die Sonnenſtrahlen zurückprellen, ſtark erleuchtet, damit ſolche de-
ſto ſchärfer in die Cameram obſcuram einfallen möge, dieweilen aber der
Stand des Spiegels wegen der beſtändigen Bewegung der Sonne, im-
mer veränderlich ſeyn muß ſoll anderſt die Figur erlcuchtet werden, ſo wird
ſelbiger gar bequem auf eine Kugel, die auf allen Seiten, auf einem drey-
beinigten Stuhl ſich drehen laſſe, gerichtet, da ſich dann der Spiegel gar
leicht überall hin wird drehen laſſen, bey D ſtecket in dem Rohr das Glaß
der Camerä obſcurä, welches man im Hin - und Herſchieben des Rohrs
ſchärfen kann, damit ſich die Figur auf dem Papier in E ſchön präſentiren
möge, ſo wird dann der Zeichner, wann er den Kopf in den Kaſten C, der
ungefehr 3. Spannen hoch iſt, hinein ſtecket, und ſich auſſenwärts mit einem
Gewand zudecket, damit es innerhalb recht finſter ſeye, und die Figur deſto
lebhafter erſcheine, dieſelbe mit leichter Mühe nachzeichnen können.

477.1.

Fig. 3.
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