Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

Von der Zubereitung und dem Gebrauche des Mikrometers. nun die auf dem Stücklein Horn bemerkte Linie juſt auf das Punct des 90ſten
Grades der Eintheilung fället, ſo iſt es ein Anzeigen, daß die beſagte dioptri-
ſche Abſehen zuſammen treffen; wo aber nicht, muß man entweder das be-
ſagte Stücklein Horn ſo lang verſchieben, biß es überein kommt, oder man
muß allezeit acht haben auf den Unterſchied, der ſich zwiſchen dem erſten Punct
der Theilung, und der auf dem Horn oder Glaß gezogenen Linie ſich be-
findet.

Was die Weiten zwiſchen zweyen Objecten anlanget, es ſeye gleich
am Himmel oder auf der Erde, obſerviret man, wann die Fläche des In-
ſtruments auf die Manier, daß die Objecte alldorten überein treffen, geſtel-
let wird, die Winkel auf eben die Art, wie man mit denen gemeinen bewegli-
chen Regeln zu thun pfleget, nemlich denenjenigen, die an einem halben Zirkel
oder andern Inſtrumenten ſtehen, davon wir im IV ten Buch gehandelt, als
mit deren Gebrauch es eben ſo beſchaffen iſt.

0268-01

266. Das zweyte Capitel.
Von der Zubereitung und dem Gebrauche
des Mikrometers.

Das Mikrometer iſt ein Inſtrument von gar groſſen Nutzen in der
Aſtronomie, abſonderlich aber, wann man die Durchmeſſern der Ster-
ne, und die kleinen Diſtanzen, die nicht über einen Grad oder an-
derthalb Grade ſind, abzumeſſen verlanget. Es beſtehet aus zwoen gerad-
winklichten Einfaſſungen vom Kupfer (Meſſing) davon die eine A B C D
insgemein 2 {1/2}. Zoll lang, und 1 {1/2}. Zoll breit iſt. Die Seiten A B, und C D ſind
in gleiche Theile eingetheilet, und dieſe Theile von einander um vier Linien, oder
doch beynahe, entfernet, dann ſie ſind, wie wir hernach weiſen wollen, uach
den Umgängen der Schraube gerichtet, doch auf eine ſolche Art, daß die
durch jede Theilung gezogene Linien auf den Seiten A B und C D perpendicu-
lar ſtehen. Es werden an dieſe Eintheilungen wol ausgeſpannte Seiden-
fäden mit Wachs gerichtet, die man in denen mit 2. bemerkten Gegenden
anmacht.

266.1.

Tabula
XVIII.
Fig. I.

Die andere Einfaſſung E F G H, deren Länge E F 1 {1/2}. Zoll lang iſt, ſchi-
cket ſich in die erſte dergeſtalten, daß die Seiten E F, G H, der einen ſich längs
nach denen Seiten A B, C D der andern bewegen, und nicht von einander
begeben können, welches geſchiehet, indeme ſolche in einem Falz ineinander
gehen; die Seite von dieſer zwoten Einfaſſung, die gegen die eingetheilte
Seiten der erſten ſiehet, iſt auch mit einem gar ſubtilert Seidenfaden ver-

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