Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

verſchiedener Jnſirumenten, III. Buch, II. Capitel. cher dieſer meßingen Stücklein allezeit mitten auf der Linie einen Zug ma-
chen, und die Loöcher mitten durch dieſe Züge durchbohren; @amit man es
aber recht mache, ſo muß man nur ein einiges durchbohren, und ſeinen
Steft hinein thun, um zu ſehen, ob der Zug auf dem andern Lineale alle-
zeit gegen dem Luch über des meßingen Stückleins ſtehe, dann am vierten
Loch iſt es am meiſten gelegen, welches die ganze Richtigkeit dem Inſtrument
giebet, wann man nun ſolches durchbohret, und mit einem Steft verſehen,
kann man probiren, ob es in der Deffnung zur linken und rechten Hand accu-
rat iſt, dann wann die Lineale recht durchbohret ſind, ſo werden ſich ſolche
ſowol auf einer, als der andern Seite zuſammen fügen. Man muß Sorge
tragen, daßman die Stefte gelind einniete, damit man nichts zwinge oder ſpalte.

147.1.

Tab. IX.
Fig. R.

148. Von der Zubereitung einer andern Gattung
des Parallellineals.

Es müſſen die Lineale, welche dieſes Inſtrument ausmachen, gleichfalls
gerad, und von gleicher Dicke ſeyn, die zwey groſſen werden von zweyen an-
dern, etwas kleinern, die juſt in eden der Weite von den zweyen Enden, und von
der Mitte an durchbohret ſind, zuſammen gehalten, und auf ſolche Art zuge-
richtet, daß ſie eine Art von einem Inſtrument, das man den Zigzag oder
Storch nennet, geben, welche, indeme ſie weiter aus einander oder enger zuſam-
ſammen gehen, auch die andern Parallele weiter aus einander oder enger zufam-
men gehend machen, und dieſe mit Beyhülffe der Löcher, welche an dem En-
de eines jeden Lineals gemacht, und darein die andern kurzen Lineale mit denen
mit Knöpfen gedrehten Steften eingefüget worden; die andern Ende in dem
groſſen Lineal ſind von unten ungefehr um den vierten Theil von ihrer Länge
ausgeſchnitten, damit die Ende der kleinen Lineale, vermittelſt der Niedſtefte,
welche eben dieſen Ausſchnitt ausſüllen, die man auch von unten gleich vernie-
tet, darinnen gehen möge. Endlich ſetzet man einen aus Meßing gedrehten
Knopf in der Mitte eines jeden Lineals von dieſen zweyen Inſtrumenten an,
damit man ſolche deſto leichter gebrauchen möge, gleichwie alles dieſes gar
leicht aus den Figuren zu erſehen iſt.

148.1.

Fig. Q.

Jhr meiſter Nutz iſt, daß man im Auf – und Zumachen Parallellinien
ziehen könne. Sie ſind gar bequem bey den Riſſen der Architectur und der
Fortification, da man viel Parallellinien, eine an die andere zu ziehen hat.

149. Von der Zubereitung eines Schrittzehlers.

Dieſes Inſtrument wird ein Schrittmeſſer oder Schrittzehler genen-
net; Alle Stücke von dieſem Inſtrumente ſind in einem Gehäuß, das faſt
demjenigen von einer Sackuhr gleich kommet, zuſammen geſetzet, ſeine
Gröſſe iſt ungefehr im Diametero 2. Zoll, und die Dicke 6. bis 8. Linien. Wir
wollen anjeso die Verfertigung aller dieſer Stücke belonders darlegen.

149.1.

Tab. IX.
Fig. S.

Die mit T. bezeichnete Scheibe ſtehet auſ dem Boden des Gehäuſes,
auf dieſer Scheibe ſind unterſchiedliche Stücke angemacht, gleichwie man
ſolche zuſammen gerichtet auf der Figur erſiehet. Das mit 1. angedeutete

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