Full text: Bion, Nicolas: Nicolaus Bions ... Neueröfnete mathematische Werkschule oder gründliche Anweisung wie die mathematische Instrumenten nicht allein schiklich und recht zu gebrauchen, sondern auch auf die beste und accurateste Art zu verfertigen, zu probiren und allzeit in gutem Stande zu erhalten sind

Von der Zubereitung und dem Gebrauch zween Zoll lang, und 6 biß 7. Linien breit ſind, dieſe Bleche ſind mit allerhand
tunden Löchern von verſchiedenen Durchmeſſern verſehen. Die Löcher in dem
erſten Blech geben das Gewicht der Perlen von einem halben Gran, biß auf 7. Gran zu erkennen. Das andere Blech giebet es v@n 8. Gran, welches 2. Ca-
rat ſind, biß auf ſünf dar, das dritte deutet die Carat von 2 {1/2}. biß auf 5 {1/2}. an,
das vierte dienet von 6. Carat biß auf 8. und das fünfte bemerket das Ge-
wicht der Perlen von 6 {1/2} Carat biß auf 8 {1/2}.

142.1.

Tab. IX.
Fig. M.

Wir wollen nun den Diameter des kleinſten und des gröſten Lochs von
einem jeden Blech geben, indeme ſich die andere nach ihren verſchiedenen Pro-
portionen ſchon finden laſſen; ihre Durchmeſſer gründen ſich auf die Erfahrung
und P. ob von unterſchiedlichen Perlen, die man mit kleinen gar accuraten
Waagen abgewogen hat.

Das kleine Loch, welches das Gewicht einer Perle von einer Gran zu
erkennen giebet, iſt 1 {1/4}. Linie im Durchmeſſer groß, das von 7. Gran hat 2 {1/3}. Li-
nie, dasjenige, welches 5. Carat a@deutet, hat 4. Linien, dieſes, welches das
Gewicht von 2 {1/2}. Carat giebet, hat 2 {3/4}. Linien, und das von 5 {1/2}. Carat, hat
4 {1/4}. Linien, dasjenige, ſo 6. Carat der Schweere nach macht, hat 4 {1/3}. Linie,
dieſes von 8. Carat hat 4 {1/2}. Linie, und endlich dasjenige, das das Gewicht
von 8 {1/2}. Carat austräget, hat 4 {3/4}. Linien.

Dieſe Bleche ſind an einem End mit einem Stef@e zuſammen gefüget,
welcher d@ch dieſelbige überall hin bewegen läſſet, und zwiſchen zweyen an-
dern Blechen von Meſſing eingeſchloſſen, die bey jenen ſo viel, als zu einem
Beſteck dienen. Das übrige von ihrer Conſtruction kan man aus der Figur
genugſam erſehen.

Es bedienen ſich auch die Jubelier tleiner ſehr ſubtilen Waagen, und
kleiner Gewichte, die ſie Carat nennen, um die Diamanten und andere koſt-
bare Steine, wie auch die Perlen, ſo nicht rund ſind, abzuwägen. Ein Ca-
rat wieget 4. Gran, es wird auch ſolches in einen halben, dritten, vierten,
achten, und 16ten Theil eines Carats getheilet, man bedienet ſich auch dieſes
Worts Carat, um die Probe des Goldes anzudeuten. Ein Carat von feinem
Gold iſt der 24te Theil einer Unz des puren Golds, welches ſo weich iſt, daß
man es nicht verarbeiten kann; das Gold von 22. Carat iſt die Probe der
Goldſchmiede zu Paris, nemlich, daß 22. Theile des feinen Goldes ſind, und
2. Theile der Kupfer, damit durch dieſen Zuſatz das Gold dichter ſeye, und ſich
beſſer arbeiten laſſe.

Die Goldſchmiede bedienen ſich des Worts löthig, um die Probe und
die Güte des Silbers anzudeuten; ein Mark von feinem Silber macht 12. Loth, das Silber zu Paris 11. L@th und 12. Gran, dabey man zween Gran,
nachdeme man nemlich haben will, daß das Silber ſeyn ſoll, zu Hülfe nimmt,
gleichſam als wann es die Probe wäre, weilen es gar ſchweer iſt, wegen un-
terſchiedlichen Graden des Feuers, einen rechten Zuſatz zu machen.

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