Volltext : Fünfter Band (5)

Von  den  Gebilden.
309
eines  Blutgefäßes  in  die  Wunde  eines  andern  Thiers  gelegt  worden ¬
  war.  i)  Eben  so  dringen  auch  fremde  Substanzen  von  außen
in  die  Blutgefäße  ein.  Prochaska  (Nr.  593.  S.  52)  legte
eine  mit  reinem  Wasser  gefüllte  und  zugebundene  Arterie  in  ein
Glas  mit  Salzlösung  und  fand  nach  zwei  Stunden  das  in  der
Arterie  enthaltene  Wasser  eben  so  gesalzen  als  das  im  Glase.
Gleiches  bemerkte  Foderá  (a.  a.  O.  p.  9),  wenn  er  die  Arterie
in  ein  Glas  mit  verdünnter  Säure  gelegt  hatte.  An  lebenden
Thieren  bewirkt  nach  Autenrieth  (Nr.  97.  II.  S.  147)  die
auf  eine  Vene  gestrichene  Salpetersäure,  daß  das  darin  enthaltene
Blut  ein  erdfarbiges  Gerinnsel  bildet;  eben  so  wurde  an  dem  von
Foderá  (a.  a.  O.  p.  30)  in  verdünnte  Schwefelsäure  gelegten
Darmstücke  eines  lebenden  Kaninchens  das  in  den  Gefäßen  enthaltene ¬
  Blut  nach  einigen  Augenblicken  dunkel  und  coagulirt;  wurde
eine  Arterie  oder  Vene  frei  präparirt,  durch  ein  darunter  geschobenes ¬
  Täfelchen  noch  mehr  isolirt  und  an  der  freien  Fläche  mit  einer ¬
  Lösung  von  Krähenaugenextract  bestrichen,  so  erfolgten  Vergiftungszufälle, ¬
  und  das  Blut  in  der  Ader  bekam  einen  bittern  Geschmack ¬
  (ebd.  p.  9);  eben  so  erkannte  Lebküchner  (a.  a.  O.  p.
439)  das  Eindringen  von  blausaurem  Kali,  Kupferammonium,
Terpenthinöl,  Emetin  und  giftigem  Angusturaextract  in  das  Blut
der  Venen,  auf  deren  äußere  Fläche  diese  Substanzen  gestrichen
waren,  theils  an  der  Wirkung  von  Reagentien,  theils  am  Geruche,
theils  an  den  darauf  erfolgenden  Vergiftungszufällen.  k)  In  die
Höhle  seröser  Blasen  gebrachte  Substanzen  treten  durch  deren  Wandung ¬
  nach  außen.  Lebküchner  (Nr.  185.  IV.  S.  518)  stellte
darüber  mehrere  Versuche  am  Bauchfelle  lebender  Katzen  an:  war
Ochsengalle  eingespritzt,  so  fand  er  nach  zwölf  Minuten,  daß  die
äußere  Fläche  des  Bauchfells  Papier  schmuzig  färbte  und  ihm  einen ¬
  bittern  Geschmack  mittheilte;  sieben  Minuten  nach  Einspritzung
von  Tinte  fand  er  die  innern  Bauchmuskeln  schwärzlich;  Papier,
an  der  äußern  Fläche  des  Bauchfells  gerieben,  wurde,  wenn  vor
drei  oder  vier  Minuten  salzsaure  Eisenauflösung  in  die  Bauchhöhle
gebracht  worden  war,  durch  blausaures  Kali,  oder  wenn  blausaures
Kali  eingebracht  worden  war,  durch  salzsaures  Eisen  blau  gefärbt.
Eben  so  findet  man  nach  Mayo  (Nr.  689.  p.  98),  wenn  man
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer