Volltext : Zweiter Band (2)

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Vom  Embryo,
stelle  der  Blinddarm  durch  einen  kleinen  Fortsatz  angedeutet.  g)  Das
zweite  Bläschen  ist  die  Allantoide,  die  bei  dem  Menschen  bald  nach
ihrem  Auftreten  und  schon  in  der  vierten  oder  fünften  Woche  wieder ¬
  verschwindet,  daher  auch  selten  gefunden  wird,  bei  den  Säugethieren ¬
  aber  während  des  Fruchtlebens  sich  erhält.  Ihr  walzenförmiger ¬
  Theil  oder  der  Allantoidencanal  tritt  aus  dem  Ende  des  Verdauungscanales ¬
  hervor  und  geht  in  rechtem  Winkel  von  der  Bauchfläche ¬
  ab,  und  mit  einer  erweiterten,  knieförmigen  Umbeugung  in
den  blasenartigen  birnenförmigen  Theil  über,  welcher  der  Längenaxe
des  Embryo  parallel  über  das  Schwanzende  desselben  hinaus  sich
erstreckt.  Die  Allantoide  ist  milchweiß,  und  Pockels  will  rothe
Kügelchen  in  ihr  gesehen  haben,  welche  anfangs  zerstreut  und  dann
in  Linien  geordnet  waren.  —  Vom  Harnsysteme  ist  noch  nichts
deutlich  zu  erkennen.  h)  Das  Herz  liegt  horizontal,  mit  der  Spitze
nach  vorne.  Die  Gekrösnabelgefäße,  nämlich  ein  Zweig  der  Aorta
und  eine  Wurzel  der  Hohlvene,  verbreiten  sich  an  das  Nabelbläschen, ¬
  und  sind  mit  rothem  Blute  gefüllt  (Nr.  290.  tab.  XXXIV
Fig.  1.  2).  Die  Hüftnabelgefäße  scheinen  sich  etwas  später  zu  bilden. ¬
  i)  Die  Leber  nimmt  die  Gekrösnabelvene  größtentheils  auf
und  ist  röthlich  grau,  sehr  groß,  fast  halb  so  schwer  als  der  ganze
Körper,  und  in  mehrere  Lappen  getheilt.  k)  Die  Kiemenlöcher,
welche  in  parallelen  Querfalten  an  den  Seiten  des  Halses  liegen,
haben  an  ihren  Rändern  Zweige  der  Aorta  und  Hohlvene,  und  sind
bei  Thieren  besonders  deutlich,  verschwinden  aber  zu  Ende  dieses
Zeitraumes,  oder  im  Anfange  des  folgenden
§.  411.  Der  dritte  Zeitraum,  der  von  der  fünften  bis  zum
Ende  der  achten  Woche  reicht,  charakterisirt  sich  durch  seitliche  Entwickelung ¬
  und  stärkeres  Hervortreten  nach  außen  an  dem  gegen  das
Ei  bestimmter  begränzten  und  mehr  abgeschlossenen  Embryo.  Dies
zeigt  sich  in  der  stärkeren  seitlichen  Entwickelung  des  Gehirnes  und
Rückenmarkes,  und  in  der  zunehmenden  Breite  des  Kopfes  und  der
Wirbelsäule;  in  der  Bildung  der  animalischen  Peripherie,  der  Knorpel, ¬
  Knochen,  Muskeln  und  Nerven;  in  der  fortschreitenden  Bildung ¬
  der  Sinnesorgane  und  dem  Hervorkeimen  seitlicher  Gliedmaaßen; ¬
  in  den  aufbrechenden  Offnungen  des  Darmcanales  und  der
Sinnesorgane;  in  der  Entstehung  paariger,  ausscheidender  Gebilde,
            
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