Full text: Bošković, Ruđer Josip: Roger Joseph Boscovich, der Gesellschaft Jesu Priesters, und öffentlichen Lehrers der Mathematik auf der hohen Schule zu Pavia Abhandlung von den verbesserten Dioptrischen Fernröhren, aus den Sammlungen des Instituts zu Bologna

Abhandlung terſchied, oder die Farbenzerſtreuung, in einſ-
gen vielgrößer verbliebe, als in andern durch-
ſichtigen Körpern.

12. Dbſchon dieſe Eigenſchaft der Farben-
zerſtreuung in den meiſten in Europa gebräuch-
lichen Gläſern faſt einerley befunden wird, ge-
lung es doch dem Herrn Dollond auf zwey
Gattungen zu verfallen, in derer einer, die
man in England das Flintglaſs nennet, ſie
ſich wie 3, in der andern aber, das iſt in dem
Crownglaſs, wie 2 verhält.

Aus dieſem erſah er alſogliech, daß wenn
dieſe Gläſer gehöriger maßen mit einander ver-
bunden würden, man ſowohl in Kugel flächen,
als kleingeſpitzten Dreyecken eine Straalenbre-
chung zu wege bringen könnte, ohne daß ſich
das ungleich geartete Licht von einander abſon-
derte, und mithin, wider Newtons Meinung,
ſowohl rothe als veilchenblaue Straalen in einer
gemeinſchaftlichen Richtung (die doch von jener
unterſchieden wäre, die ſte im Einfallen gehabt
haben) ohne alle Spaltung aus dem Glaſe
heraus gehen können.

Hieraus folgte, daß zwey aus dieſen ver-
ſchiedenen Glasarten geſtaltete Linſen ein zu-
ſammen geſetztes Dbjectiv geben könuten, wel-
ches alle ungleiche Lichtſtraalen in einem ein-
zigen Punkte vereinigte, und den aus dem
Brechungsunterſchiede herkommenden Fehler gänz-
lich verbeſſerte. Er verfertigte auch wirklich
daraus Fernröhren mit ſo gutem Erfolge, daß
man einem auch nur 3 Schuh langen eine Deff-
nung von 15 Linien geben könnte; und ich habe
ſelbſt in England eines von 12 Schuhen geſe-

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