Volltext : Deutsche Rechtsalterthümer (1)

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stand.  freie.  freizügigkeit.
2,  jeder  freie  hat  das  recht,  unbehindert  zu  gehen,  wohin ¬
  er  will,  d.  h.  es  folgt  ihm  kein  herr  nach,  der  ihn
zurückverlangen  darf;  daher  àlsOepog  von  às#0o  ich  gehe.
In  der  freilaßungsformel  wird  das  auch  gewöhnlich  ausgedrückt. ¬
  Der  freie  ist  nicht  an  die  scholle  gebunden.  Si
quis  liber  homo  migrare  voluerit  aliquo,  potestatem  habeat,
intra  dominium  regni  nostri  cum  fara  sua  migrare,  quo
voluerit.  lex  Rothar.  177.  Im  Ingelheimer  w.  heißt  es:  und
mag  ein  ieglicher,  der  in  dem  riche  geseßen  ist,  ziehen  und
faren  wor  er  wil  und  lal  im  nieman  daran  kruden  oder
hindern.  Von  den  freien  leuten  auf  der  Leutkircher  heide:
daß  lie  frei  wären  und  keine  nachjagende  herren  hetten.  Lünig
reichsarch.  p.  lpec.  cont.  4  p.  803.  Freiheit  zu  Morchingen:
wer  auch,  das  iemant  were  der  meinung,  er  (en)  wolte  wonen
noch  beliben  in  unser  friheit  und  het  er  hus  und  erbe  in  287
derselben  friheit,  der  mag  sie  verkaufen  mittes  dem  vierden
pfenning,  der  lol  uns  und  unsern  erben  werden  von  dem
keufer;  darnach  fol  er  gan  zu  dem  creuz  der  friheit  mittes
dem  meier  und  gericht  und  sol  sprechen  offentlich:  ir  heren,
got  gelegen  euch,  ich  wil  enweg!  so  sol  das  gericht  dri  werbe
rufen  und  den  mit  namen  nennen:  der  wil  enweg!  und  wer  es
das  in  iemant  anspreche  von  schult,  von  burgschaft  oder  von
andern  stücken,  er  fol  beliben  bis  das  er  sich  davone  entschleit,
als  der  Icheffen  urteilt,  und  mittes  des  so  mocht  er  mit  schenem
tag  (bei  hellem  tag)  dannen  scheiden  und  fin  gut  mit  im  füren,
war  im  füget  und  fal  in  das  gericht  geleiten,  tut  es  im  not,
bis  uswendig  des  bannes,  wer  aber  anders  dannen  scheidet,
wirt  er  begriffen,  er  wer  uns  mit  libe  und  mit  gute  erfallen.
Senkenberg  C.  J.  G.  1  p.  2  pag.  7.  Nach  dem  vorhin  f.  282
über  die  bedeutung  des  namens  frei  in  späteren  weisthümern
gelagten,  ist,  um  diese  formel  der  freizügigkeit  nicht  miszuverItehen, ¬
  allerdings  vorsicht  nöthig.  Sie  gleicht  den  formeln,  die
unten  (knechte  E,  5)  beigebracht  werden  sollen  über  das  auch
gewillen  hörigen  (den  armen  leuten,  vogtleuten)  unbenommene
recht,  ihren  wohnplatz  aus  einer  in  die  andere  mark  zu
verändern.  Immer  aber  muß  selbst  dann  die  befugnis  zu
wandern  angelehen  werden  als  ein  ursprünglicher  ausfluß  der
freiheit.  [Hierher  eine  abzugsformel  des  Rienecker  w.,  die
            
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