137
den Chalid und Jukinna abgesendet hatte, ward er wegen ihrer Rückkehr
besorgt, und marschirte mit einem Heere von Bidlis nach der Wiese
Wastan, wo er sein Lager aufschlug, und schickte Kundschafter nach
Achlat, die ihm am folgenden Tage alles Vorgefallene berichteten. Auf
diese Nachricht sagte Ijadh: „Es ist keine Stärke und Macht, ausser bei
Gott, dem Allerhöchsten und Allmächtigen; bei dem Herrn der Raaba,
unsere Gefährten sind verrathen.“ Die Moslemin fragten: „Wie so, Gefährte ¬
des Propheten?“ „Unsere Gefährten, sagte er, sind ausgegangen,
um eine Sache anszuführen, und nun steht es sehr schlimm mit ihnen.“
„Vertraue auf Gott, erwiederten sie, und verlasse dich auf ihn; denn
Gott lässt keinen Frommen verderben, und ist seinen gläubigen Dienern
stets mit Hülfe nahe. Sie beabsichtigten die Verherrlichung seiner Religion ¬
und den Sieg der Gesetze seines Propheten. Gott aber sagt: Es
gebührt uns, dass wir den Gläubigen helfen. Du weisst aber, dass dem
Gläubigen vier Dinge befohlen sind: dass er des Morgens nur Gott
danke; dass er nur auf Gott vertraue; dass er nur zu Gott hoffe, und
dass er nur Gott fürchte.“ — Ijadh sagte: „Wir vertrauen auf Gott,
und übergeben ihm unsere Sache.“
El Wakedi sagt: Sie denken, aber Gott lenkt wie er will. Ijadh
blieb zehn Tage auf der Wiese Wastan, und ward krank. Die Gefährten ¬
besuchten ihn oft. Er sagte: „Wenn Gott seinem Diener wohl
will, so wird er es schon machen. Ich war einst mit dem Propheten
unter cinem Baume. Er sass auf seinen Rleidern, und wir sprachen
von Kranken und Seuchen; der Prophet sagte: Wenn den Gläubigen
eine Krankheit befallt, und er wird davon geheilt, so ist es eine Sühnung, ¬
die ihn von seinen Sünden befreit, und eine Ermahnung, wodurch
er sich Gnade erwirbt; wenn aber den Ungläubigen eine Krankheit befällt, ¬
und er gelangt wieder zur Genesung, so ist er wie ein Rameel,
welches von seinem Herrn gefüttert und dann ausgeschickt wird; er
weiss nicht, womit er gefüttert wird, und weiss nicht, wohin er gesendet
wird. Einer der Anwesenden sprach: Ich bin noch niemals krank gewesen. -
Der Prophet sagte: Stehe auf und verlass uns; denn du gehörst
uns nicht an. Während wir noch sprachen, kam ein Mann, der mehrere
junge Vögel mit seinen Kleidern bedeckt hatte, und sagte: Ich sah dich,
o Prophet, und ging zu dir; unterwegs kam ich bei einem Walde vorbei -
und hörte die Stimme junger Vögel; ich nahm sie und bedeckte
sie mit meinen Hleidern; ihre Mutter flog heran, und flog immer um
meinen Kopf; ich deckte das Kleid ab, und sie flog zu ihren Jungen,
und nun habe ich sie hier auch.“ Auf Geheiss des Propheten legte er
die Vögel nieder; die Mutter näherte sich ihnen, und fütterte sie aus