Inhaltsverzeichnis : ¬Die sociale Lage der Fabrikarbeiter in Mannheim und dessen nächster Umgebung

Die  Arbeitsstätten.
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hat,  den  Chlorkalk  durch  zu  flüssigem  Chlor  comprimirtes  Gas  zu  verdrängen. ¬
  Auch  diese  Herstellung  ist  ohne  Belästigung  für  die  Arbeiter.
Das  in  geschlossenen  Hallen  vorgenommene  Ablöschen  des  Kalkes  ist  aber
bei  beiden  Herstellungsarten  des  Chlorkalkes  mit  einer  großen,  die  Arbeiter
ohne  Zweifel  in  ihrer  Gesundheit  in  hohem  Maaße  schädigenden  Staubentwickelung ¬
  verknüpft,  weil  der  Kalk  während  des  allmähligen  Ablöschens
beständig  von  Hand  gewendet  werden  muß,  wobei  er  zu  dem  Staube
zerfällt,  dessen  man  bedarf.  Alle  Versuche  ein  mechanisches  Verfahren
hierfür  zu  konstruiren,  haben  bisher  kein  Ergebniß  gehabt.  —  Die  früher
die  Arbeiter  wegen  der  Entwickelung  von  schwefeliger  Säure  nicht  unerheblich ¬
  belästigende  Herstellung  von  Superphosphat  hat  nach  dieser
Richtung  eine  große  Verbesserung  erfahren.  Jetzt  wird  Schwefelsäure
und  Rohphosphat  in  geschlossenen  Apparaten  gemischt  und  gelangt  von
hier  in  geschlossene  Kammern,  aus  welchen  die  entstehenden  Dämpfe,  nach
Passiren  eines  Koksthurmes  mit  Wasser,  nach  einem  hohen  Kamin  abgesogen ¬
  werden.  —  Bezüglich  der  Herstellung  der  Cellulose  ist  abgesehen
von  der  schon  erwähnten  schwefeligen  Säure  noch  zu  sagen,  daß  die
Laugebereitung  in  offenen  hohen  Hallen  in  geschlossenen  Bottichen  vor
sich  geht  und  abgesehen  von  Reparaturen,  die  aber  bei  der  großen  Zahl
von  Apparaten  nicht  gerade  selten  sind,  zu  keinen  Afficirungen  der  Arbeiter
Anlaß  gibt.  Die  hierbei  verwendeten  Säurepumpen  sind  vollkommen
dicht,  was  anderwärts  bis  jetzt  nur  selten  gelungen  ist,  und  lassen  schwefelige
Säure  wenig  nach  Außen  treten.  Die  Kocher,  deren  Austragen  an  anderen
Orten  mitunter  mit  großen  Belästigungen  für  die  Arbeiter  verbunden  ist,
werden  nachdem  die  schwefelige  Säure  vorher  abgetrieben  und  durch
große  Kühlungen  geleitet  ist,  durch  Ausblasen  unter  Druck  in  geschlossene
Gefäße  entleert,  wobei  selbstverständlich  keine  ungünstige  Einwirkung  auf
die  Arbeiter  stattfindet.  —  Bei  der  Herstellung  der  schon  an  anderer  Stelle
erwähnten  Nitrocellulose  entstehen  schon  durch  das  Säuregemisch
selbst,  außerdem  aber  auch  das  Manipuliren  der  Cellulose  in  demselben,
Dämpfe  salpetriger  Säure,  welche  die  Arbeiter  sehr  angreifen.  Um  diese
Schädigungen  thunlichst  zu  vermindern,  wird  der  Apparat  zur  Nitrirung
durch  ein  Körting'sches  Gebläse  angesaugt,  welches  die  beim  Arbeitsprozesse ¬
  entstehenden  Säuredämpfe  nach  Außen  abführt.  Die  Arbeitsöffnungen ¬
  für  die  außerhalb  der  Einrichtung  stehenden  Arbeiter  sind  dabei
zur  Vermeidung  des  Austritts  von  Dämpfen  und  zur  Erhöhung  der
Aspiration  thunlichst  verkleinert.  Die  Pressen  zur  Entfernung  der  Säure
aus  dem  nitrirten  Stoffe  sind  mit  ähnlicher  Einrichtung  versehen.  Sie
wirkt  bei  hellem  und  kaltem  Wetter  gut,  bei  drückender  Luft  und  großer
Hitze  aber  nicht  vollkommen  genug.
            
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