Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Beschaffenheit  des  Quellwassers.
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Verhältnisse  zu  Theil  geworden,  und  das  Prinzip,  worauf  die
Hauptwirksamkeit  dieser  Wasser  beruht.
Die  Kohlensäure  ist  ein  Hauptbestandtheil  der  Mineralwasser, ¬
  theils  für  sich  selbst,  indem  sie  darin  in  einem  freien
und  flüchtigen  Zustande  vorhanden  ist,  theils  an  andere  Substanzen ¬
  gebunden,  und  als  ein  Auflösungsmittel  anderer  darin
befindlichen  Stoffe.  Die  Sauerwasser  enthalten  die  Kohlensäure ¬
  öfters  in  solcher  Menge,  daß,  wenn  sie  in  gaßförmigem
Zustande  daraus  entwickelt  ist,  ihr  Volumen,  das  Volumen
des  Wassers,  womit  es  verbunden  war,  übertrifft.  Es  theilt
ihnen  den  geistigen,  stechenden  und  säuerlichen  Geschmack
mit,  und  macht,  daß  sie  beim  Ausgießen  stark  perlen,  und
beim  Schütteln  Blasen  werfen.
Diese  flüchtige  Säure  hängt  indeß  mit  dem  Wasser  nur
sehr  schwach  zusammen,  und  man  kann  sie  leicht  davon  trennen. ¬
  Sie  wird  aus  demselben  theils  durch  die  Hitze,  theils
durch  den  Frost  vertrieben,  theils  auch  durch  einen,  nach  den
Verwandschaftsregeln,  hinzu  gesetzten  Körper  aus  der  Verbindung ¬
  gebracht.  Schon  durch  starkes  Schütteln  wird  sie  davon ¬
  getrennt,  wie  auch  beim  Freistehen  an  der  Luft.  In
allen  diesen  Fällen  werden  die  mineralischen  Substanzen,
welche  sie  aufgelöset  erhielt,  niedergeschlagen.
Was  die  eigentlichen  Mineralsäuren  anbetrifft,  so  vereinigen ¬
  sie  sich  gern  mit  dem  Wasser;  sie  bleiben  jedoch  darin
nicht  leicht  frei,  sondern  finden  bald  Substanzen,  mit  denen
sie  eine  Verbindung  eingehen,  und  so  Neutral=  und  Mittelsalze ¬
  *)  bilden.  Man  will  jedoch  Beispiele  von  Quellwassern,
worin  sich  Schwefelsäure  in  freiem  Zustande  befindet,  angetroffen ¬
  haben.  So  soll  sie  bei  Latera  nicht  weit  von  Viterbo, ¬
  mit  Wasser  vermischt,  frei  zwischen  den  Steinen  hervorkommen, ¬
  und  zu  gewissen  Zeiten  gesammelt  werden;  fer2) ¬
  Verbindungen  der  Säuren  mit  alkalischen  Grundtheilen,  Metallen  und
Erden.
            
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