Ursprung der Quellen.
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nehmen, und einige zuletzt wohl ganz versiegen, auch daß sie
nie ergiebiger sind als in den nässesten Jahreszeiten. Daß
aber das Wasser aus dem Dunstkreise auch hinreichend sey,
alle Quellen der Erde zu unterhalten, ist durch Berechnungen ¬
außer Zweifel gesetzt.
Mariotte will gefunden haben, daß schon das Regenund ¬
Schneewasser vollkommen hinreiche, alle Quellen und
Flüsse zu unterhalten. Er zeigt aus Wahrnehmungen, daß
in der Gegend von Dijon der ganze Inbegriff des fallenden
Regens auf jeder Fläche jährlich eine Höhe von siebenzehn
Zollen einnehmen würde, wofür er jedoch nur funfzehen Zolle
ansetzt. Demnach würde auf eine jede Quadrattoise oder
sechsfüßige französische Ruthe 15, 5184 — 77760 Kubikzolle,
d. i. 45 Kubikfuß in einem Jahre fallen. Wenn man nun
annimmt, daß eine französische Meile 2300 Toisen lang
ist, so müste eine Quadratmeile 5290000 Quadrattoisen aus
machen, und also auf eine gevierte Meile jährlich 45,
5290000 — 238050000 Kubikfuß Wasser fallen. Nun verlegt
er die Quellen der Seine sechszig Meilen oberhalb Paris, und
nimmt die Breite der Grenzen, in welchen die kleinen Flüsse
und Bäche, die der Seine ihr Wasser geben, enthalten sind,
auf funfzig Meilen an, so daß die ganze Fläche, von welcher ¬
die Seine bis Paris Wasser empfängt, 3000 Quadratmeilen =
beträgt. Auf diese Fläche fallen, nach obiger Rechnung ¬
jährlich 3000, 238050000 — 714150 Millionen Kubikfuß =
Wasser. Er hatte aber durch Ausmessung heraus gebracht, ¬
daß die Seine, alle Jahre unter dem Pontroyal in
Paris 105120 Millionen Kubikfuß Wasser führe, welches
noch nicht den sechsten Theil, des berechneten Schnee= und
Regenwassers ausmacht. Nimmt man also auch an, daß
von diesem Wasser ein Drittheil wieder durch die Ausdünstung ¬
verloren gehe, und eben so viel zur Nahrung für
Thiere und Pflanzen verbraucht werde; so bleibt doch noch
das letzte Drittheil zur Unterhaltung der Quellen und Flüsse