Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Das  westliche  Weltmeer.
6.
jenige  Meer  so,  welches  die  Afrikanische  Küste  um  jenes
Gebirge  benetzt.  Sein  nördlicher  Theil,  bis  zu  einem  Seegebirge, ¬
  das  von  der  Meerenge  von  Calais,  über  Südengland ¬
  und  Südireland  nach  Neufoundland  hinüber  laufen  soll,
genauer  vielleicht  bis  zum  50.  Grade  N.  Br.  heißt  das
Nordmeer  (Mar  del  Nort).  Die  vornehmsten  Inseln
dieses  Weltmeeres  sind  in  Osten  die  Brittischen,  Azorischen,
Canarischen,  Capverdischen;  in  Westen  die  Westindischen
und  Eiskimoischen  Inseln.
Theile  desselben  sind:
in  Osten.
A.  Die  Nordsee,  oder  das  Deutsche  Meer.  Es  hat
zu  Grenzen:  die  Brittischen  Inseln  in  Westen,  Deutschland ¬
  und  die  Niederlande  in  Süden,  Dännemark  und
Norwegen  in  Osten,  und  ist  ein  integrirender  Theil  des
Oceans,  mit  welchem  es  gegen  Norden  in  einer  völlig
offener  Verbindung  steht.  In  seinem  südwestlichen  Theile
aber  hängt  es  durch  die  Straße  von  Calais  mit  ihm  zusammen. ¬
  Die  nördliche  Grenze  dieses  Meeres  ist  nicht
genau  bestimmt,  daher  man  auch  seine  eigentliche  Größe
nicht  angeben  kann.
Die  Tiefe  dieses  Meeres  übertrifft  die  Tiefe  der  benachbarten ¬
  Ostsee  um  vieles,  und  beträgt  an  30  bis  90
Faden.  Man  bemerkt  sogar  in  der  Schlucht  zwischen
der  Doggersbank  (über  welcher  das  Wasser  seicht  ist)
der  Weißen  und  der  Wellsbank,  eine  wachsende  Tiefe
gegen  Westen,  welches  mit  den  Erfordernissen  eines  ehemaligen ¬
  Flußbettes  übereinkommt.  Gegen  England  zu
scheint  der  Grund  sich  wieder  zu  heben  *).  Ostwärts
drängt  sich  das  Wasser  dieses  Meeres,  durch  einen  großen ¬
  Busen,  das  Skagerack  oder  Kattegat  (Katzenloch,
*)  Wrede  geologische  Beobachtungen  über  einen  Theil  der  südbaltischen
Länder.  1794.  8.  S.  93.
            
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