Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Fünfte  Abth.  Dritter  Abschnitt.
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Benin  wollen,  einen  Weg  von  mehr  als  sechszig  Meilen  in
zwei  Tagen  zurücklegen:  dahingegen  sie  zur  Rückreise  ssechs
bis  sieben  Wochen  gebrauchen.  Die  Schiffer  suchen  ihm
also  auszuweichen,  weit  ins  Meer  hinein  zu  stechen,  und
nehmen  einen  großen  Umweg,  um  der  Unannehmlichkeiten
überhoben  zu  seyn,  die  mit  der  Fahrt  auf  diesem  Meere  verbunden ¬
  sind.  Haben  sie  aber  einmal  das  Unglück  gehabt,  in
seinen  Wirkungskreis  zu  gerathen,  so  müssen  sie  streben,  das
hohe  Meer  zu  gewinnen,  welches  doch  nicht  anders  geschehen ¬
  kann,  als  durch  Hülfe  eines  Sturms,  der  sich  in  dieser
Gegend  plötzlich  zu  erheben  pflegt,  und  die  Schiffe  mit  sich
fortreißt.  Indeß  müssen  sie  oft  ganze  Jahreszeiten  hindurch
zurück  bleiben,  weil  alsdann  eine  beständige  Windstille  und
keine  andere  Bewegung  auf  dem  Meere  herrscht,  als  die
von  den  Strömen  herrührt,  welche  hier  aber  beständig  gegen ¬
  die  Küste  gerichtet  ist  *).
Unterhalb  der  Bank  am  Vorgebirge  der  guten  Hoffnung ¬
  zieht  ein  Strom  in  einer  heftigen  Bewegung  gegen
Süden,  und  zwischen  diesem  Vorgebirge  und  der  Insel
Madagascar,  besonders  an  der  Afrikanischen  Küste,  zwischen ¬
  jener  und  der  Landschaft  Natalis,  trifft  man  einen  andern ¬
  an,  der  sich  überaus  stark  von  Nordosten  nach  Südwesten ¬
  bewegt,  so  daß  man  einen  sehr  frischen  Wind  haben
muß,  um  nach  jener  Insel  hinauf  zu  kommen  2).
Zwischen  den  Maldivischen  Inseln  läuft  der  Indische
Meeresstrom,  in  den  parallelen  Kanälen,  zwischen  den  Attollons, ¬
  mit  dem  Winde  sechs  Monate  im  Jahre  von  Osten
nach  Westen,  und  die  anderen  sechs  Monate  in  entgegen  gesetzter ¬
  Richtung.  Dieser  Strom,  dessen  wir  bereits  gedacht
ist  so  reißend,  daß  es  den  Menschen  unmöglich  fallen  würde,
von
1)  Varenius  in.  g.  g.
Bergmann's  Erdb.  S.  385.
            
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