Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Ebbe  und  Fluth.
Nordcap  gemacht,  daß  auch  hier  diese  Bewegung  des  Meeres ¬
  noch  beträchtlich  war,  und  es  wird  aus  Newtons
Theorie  wahrscheinlich,  daß  die  Ebbe  nicht  einmal  unter  den
Polen  verschwinden  müsse,  wenn  anders  das  Meer  daselbst
rein  ist,  und  mit  dem  übrigen  Gewässer  in  Verbindung  steht.
Es  scheint  also,  daß  im  Atlantischen  Meere  die  Fluth
zwischen  dem  40  und  50  Gr.  der  Br.  überhaupt  am  grösten
sey,  und  von  da  gegen  den  Pol  an  einer,  und  gegen  den
Aequator  auf  der  andern  Seite  immer  mehr  abnehme.
Selbst  an  den  Schottischen  und  Irländischen  Küsten  steigt
sie  fast  überall  auf  18  Fuß.  In  der  südlichen  Halbkugel
scheint  eben  dieses  Gesetz  statt  zu  finden:  wenigstens  erhebt
sich  nahe  an  der  Magellanischen  Meerenge  die  Fluth  auf  20
bis  25  Fuß.
In  Europa  ist  die  Ebbe  und  Fluth  nach  den  Nachtgleichen ¬
  stärker,  als  im  Sommerpunkt.  De  la  Lande
leitet  solches  aus  verschiedenen  Ursachen  her;  einmal  weil  die
Süd=  und  Westwinde  alsdann  heftiger  sind,  und  mehr  Wasser ¬
  herbei  führen;  sodann,  weil  die  Fluth  des  Sommerpunkts, ¬
  wo  der  Ort  des  Wassersphäroids  weiter  gegen  Norden ¬
  fällt,  zwischen  dem  festen  Lande  von  Afrika  und  Amerika ¬
  mehr  gesperrt  wird,  und  nicht  so  leicht  an  unsere  Küsten =
  dringen  kann,  als  um  die  Nachtgleichen;  endlich  weil
die  zwei  Fluthen  in  den  Sonnenwenden  sehr  ungleich  sind,
und  sich  daher  zum  Theil  wieder  aufheben:  dagegen  die  zwei
täglichen  Fluthen  um  die  Nachtgleichen  ungefähr  gleich  sind
und  also  ihre  Wirkung  merklicher  wird.
Läge  die  Bahn  des  Mondes  im  Aequator,  so  würde  die
gröste  Erhebung  des  Wasserhaufens  allezeit  nach  einer  Richtung ¬
  um  die  Erde  herum  gehen,  und  er  auf  beiden  Seiten
immer  niedriger  werden  bis  an  die  Pole,  wo  in  solchem
Falle  immer  niedriges  Wasser  wäre,  und  also  Ebbe  und
Mem,  de  l'Acad.  à  Paris  177.
Mm  2
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer