Inhaltsverzeichnis : Wortbedeutungsverständnis und Wortbedeutungsexplikation - [Textband] (T. 1)

426  -Schichten -
  halten  Sprache  für  jeweils  schichttypische  Bereiche  der
Kommunikation  erst  dann  für  wichtig,  wenn  ihre  Kinder  schwächere
verbale  Leistungen  zeigen.  Auf  dieser  Ebene  scheint  die  Übermittlung
von  Funktionsprinzipien  nicht,  wie  Bernstein  annehmen  würde,  eine
Domäne  der  Mittel-,  sondern  der  Unterschicht.  Daß  in  der  Mittelschicht -
  affektiv  diffuse,  in  der  Unterschicht  Kommunikation  über
die  Funktionsprinzipien  von  Dingen  größere  Selbstverständlichkeit  besitzt, -
  kann  mit  der  "Substanz  der  Arbeit"  zusammengebracht  werden,
die  in  der  Unterschicht  typischerweise  "Umgang  mit  Sachen"  in  der
Mittelschicht  "Umgang  mit  Personen  oder  Daten  und  Symbolen"  ist
(Kohn  1969).
Zusammenfassend  wollen  wir  versuchen,  die  gegebenen  Erklärungen
schichtspezifischer  Einflüsse  der  Kommunikationsbereitschaft  und
Sprachbewertung  der  Eltern  auf  das  passive  Wortverständnis  zu
systematisieren.  Wir  sind  von  dem  allgemeinen  Eindruck  ausgegangen,
daß  das  schichtuntypische  Verhalten  der  Eltern  die  Leistungen  der
Kinder  fördert,  und  haben  untersucht,  ob  er  sich  in  den  einzelnen
Bereich  des  Erziehungsverhaltens  wiederfindet.  Dabei  haben  wir
vier  Typen  gefunden.  (1)  In  Zwei  Bereichen  ergaben  sich  keine
Schichtunterschiede  des  Elternverhaltens  und  ein  vergleichbarer
Zusammenhang  mit  der  Differenzierungsfähigkeit  des  Kindes  in  beiden
Schichten:  C  6,  "Bus  oder  Straßenbahn";  S  13,  "Gut  und  Böse".  Ohne
daß  diese  Einstellungen  der  Eltern  sich  inhaltlich  zusammengruppierten, -
  müssen  wir  sie  als  wirksame  schichtunabhängige  Einflüsse
Hausarbeiten“  und
verbuchen.  (2)  In  zwei  weiteren  Bereichen:  C  1,  "
C  2,  "Straße"  hängt  zwar  die  Interaktionsbereitschaft  der  Mutter  in
jeder  Schicht  positiv  mit  der  Differenzierungsfähigkeit  des  Kindes
zusammen,  tritt  aber  selber  stärker  in  der  Mittelschicht  auf.  Obwohl -
  sie  sich  als  "offene"  Bereiche  zusammenfassen  lassen,  können
wir  nicht  entscheiden,  ob  es  sich  um  soziale  Einflüsse  innerhalb
oder  außerhalb  von  "Schicht"  handelt.  Fassen  wir  die  beiden  ersten
Typen  zusammen,  so  haben  wir  immerhin  drei  "offene"  Bereiche,  in
denen  die  Interaktionsbereitschaft  der  Mütter  in  beiden  Schichten,
besonders  aber  in  der  Unterschicht,  in  der  sie  seltener  vorkommt,
mit  gutem  kategorialen  Differenzierungsfähigkeit  des  Kindes  zusammenhängt. -
  Zwei  Ergebnisse  verdienen  also  festgehalten  zu  werden:
            
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