Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Ufer  des  Meres.
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wasser,  welches  mit  Erdtheilen  sehr  beladen  ist,  zum  Meere
ab.  Da  es  ziemlich  schnell  abfließt,  so  haben  diese  Theilchen ¬
  nicht  Zeit,  sich  zu  setzen;  sie  werden  damit  fortgerissen,
bis  dasselbe  sich  mit  dem  Wasser  des  Meeres  vermischt.
Diese  Vermischung  geht  alsdann  vor  sich,  wenn  dieses  abebbet, ¬
  und  sich  so  weit  verlaufen  hat,  daß  das  Landwasser
solches  überwältigen  kann.  Das  die  Torftheilchen  enthaltende ¬
  Landwasser  drängt  alsdann  das  Seewasser  fort,  und  vereinigt ¬
  sich  am  Ende  damit,  indem  das  letztere  sich  mit  der
Fluth  wieder  landwärts  ergießt.  Der  kleinste  Theil  von  dem
ausfließenden  Landwasser  kommt  nach  seinem  Ausflusse  gleich
ins  Meer,  und  das  meiste  erst  dann,  wenn  es  sich  mit  dem
Seewasser  verbunden  hat,  in  dieser  Vermischung  mit  der
Fluth  zum  Lande  zurück  kehrt,  und  mit  der  folgenden  Ebbe
wirklich  ins  Meer  abfließt.  Das  mit  der  Fluth  landwärts
sich  ergießende  Seewasser  enthält  diese  Theile,  und  oft  in
solcher  Menge,  daß  sie  dem  Wasser  seine  Durchsichtigkeit
benehmen.  Da,  wo  nun  das  Wasser  auf  dem  seichten
Grunde  am  ruhigsten  stehen  bleibt,  ohne  von  anderen  Ursachen ¬
  in  Bewegung  gesetzt  zu  werden,  setzen  sich  die  Erdtheilchen ¬
  am  häufigsten  ab.  Es  bleibt  eln  Schlamm  zurück,
und  der  Boden  wird  nach  und  nach  höher,  fester,  allmählig
über  das  Wasser  erhoben,  und  geschickt,  benutzt  zu  werden,
wenn  er  nemlich  durch  Dämme  vor  Ueberschwemmungen  gesichert ¬
  wird.
Die  Küsten  vergrößern  sich  durch  den  Schlamm,  welchen ¬
  das  Meer  auf  den  Boden  absetzt,  wodurch  dieser  allmählich =
  erhöhet  wird,  nach  einer  längern  und  kürzern  Reihe
von  Jahren,  und  dehnen  sich  nach  allen  Seiten  aus.  So
lange  das  Wasser  ihre  Oberfläche  noch  eben  deckt,  dienen  sie
mancherlei  Meeresgeschöpfen  und  Pflanzen  zum  Aufenthalt.
Hier  nähren  sich  der  Nadelfisch,  die  Scholle,  der  Stichling,
der  Krebs  und  ein  ganzes  Heer  von  Schaal=  und  anderen
Thieren,  welche  hier  als  Verfolger  oder  Verfolgte  in  buntem
            
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