Fünfte Abth. Zweiter Abschnitt.
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Man nimmt gemeiniglich an, daß der Boden des Meeres, ¬
sowohl seiner Gestalt nach, als auch in Ansehung seiner ¬
Materialien, mit dem festen Lande übereinkomme, und
daß jener gewissermaßen als eine Fortsetzung von diesem zu
betrachten sey. Gewiß ist es, daß er, wie der trockene Theil
der Erdkugel, höhere und niedrigere Berge, flächere und tiefere ¬
Thäler aufzuweisen hat, daß sich darauf Materialien
von mancherlei Art befinden, daß er Gewächse und Pflanzen ¬
hervorbringt, welche freilich von eigener Art sind.
Dasjenige, was wir von den Matertalien auf dem Boden ¬
des Meeres aus der Erfahrung wissen, ist von geringer
Bedeutung. So viel lehrt sie uns, daß auch hier, so wie
auf dem festen Lande, die Verschiedenheit der Stein- und
fand man ihn nicht selten zwischen den Liparischen Inseln. Beide Meeresgegenden ¬
sind als höchst gefährlich bekannt.
Dieser so außerordentliche Mann konnte nun dem Könige nicht lange
verborgen bleiben, und er befahl, ihn zu sich zu führen. Es kostete indeß ¬
nicht wenig Mühe, den Nicolaus aufzufinden, da er die meiste
Zeit in den Tiefen des Wassers verlebte. Man fand ihn endlich, und
brachte ihn vor den König. Dieser hatte schon lange über die Beschaffenheit ¬
der Scylla und Charybdis etwas gewissers zu erfahren gewünscht,
und trug ihm daher auf, den Grund des Wasserwirbels zu untersuchen,
und um denselben zu dieser Unternehmung desto geneigter zu machen,
ließ er einen goldenen Becher hinein werfen. Nicolaus stürzte sich
in den Schlund, wo er augenblicklich verschwand. Ganze drei Viertelstunden ¬
sah man nichts von ihm. Endlich erschlen er wieder, hielt den
Becher triumphirend in die Höhe, und brach mit Gewalt durch die
Wellen hin an das Ufer. Die Aufklärung, welche er dem Monarchen
über die Narur des Wirbels gab, genügte indeß diesem nicht, und er
forderte ihn auf, daß er sich noch einmal in den Abgrund hinab begeben
sollte. Nicolaus lehnte solches im Anfange ab, indem er die Gefahr ¬
vorstellte, ließ sich aber endlich doch durch den Gewinn eines
zweiten Bechers, dem ein Beutel mit Gelde beigefügt wurde, anreitzen, ¬
einen wiederholten Versuch zu machen. Dieser mißlang ihm
aber, und er ist nie wieder zum Vorschein gekommen. So erzählt
Kircher die Sache aus Nachrichten, die er aus dem Archive des Königs ¬
von Sieilien entlehnt haben will, für deren Zuverläßigkeit wir
jedoch nicht bürgen können. Athan. Kircheri Mundus subterraneus. ¬
Tom. 1. p. 79. soq.