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Bewegung des Flußwassers.
und bei großen die Eisstopfungen, als Ursachen außerordentlicher ¬
Ueberschwemmungen anzusehen.
Einige Ströme sind ihrer jährlichen periodischen Ergießungen ¬
wegen berühmt, wodurch sie sich für ihre Gegenden
wohlthätig beweisen, theils durch die Bewässerung des Bodens, ¬
in Ermangelung des Regens, theils dadurch, daß sie
dem Lande einen fruchtbaren Schlamm zurück lassen.
Hieher gehören nun vorzüglich die Ergießungen des
Nils, eine Naturerscheinung, welche schon in den ältesten
Zeiten die Aufmerksamkeit der Philosophen um so mehr auf
sich zog, weil man ihre Veranlassung nicht erforschen konnte. =
Thales setzte sie in die etesischen Winde, welche in der
heißen Jahreszeit über das mittelländische Meer, dem Strome ¬
entgegen wehen, diesen dadurch in seinem Laufe hemmen, ¬
und ihn zwingen sollen, über seine Ufer auszutreten.
Anaxagoras schreibt sie dem in Aethiopien schmelzenden
Schnee zu. Der eigentliche Grund dieser Ueberschwemmungen ¬
liegt aber, wie man jetzt weiß, in der erstaunlichen
Masse des Regens, welcher in Abyssinien vom April an bis
in den September fällt. Die unzählige Menge der Bäche
und Flüsse, welche der Nil in sein Bette aufnimmt, schwellen ¬
ihn an, und vorzüglich giebt der weiße Fluß, der aus
einem Lande kommt, wo es fast unaufhörlich regnet, demselben ¬
einen nie versiegenden Strom, welcher ihm an Größe
nur wenig nachgiebt.
Die Ueberschwemmung tritt in Aethiopien schon am
Ende des Mais, in Egypten aber erst im Jun ein. Der
Fluß steigt seche und vierzig Tage, und fällt eben so lange
Zeit. Der Nordwind hat darauf einen großen Einfluß, indem ¬
er nicht nur die Wolken gegen die Gebirge des innern
Afrika's treibt, sondern auch den freien Abzug des Wassers
im Strome verhindert. Bei einem Südwinde fällt das
selbe in einem Tage eben so viel, als es in vieren gestiegen ¬
war.