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Dritte Abth. Zweiter Abschnitt.
die Yssel, die sich weiter hin bei Arnheim vom Rhein absondert, ¬
ist nicht viel schmäler und seichter, als der Rhein
bei Emmerich.
Der Kanal, den ein Fluß die mehreste Zeit des Jahres
hindurch anfüllt, heißt sein Sommerbette; die Breite,
welche alsdann sein Wasser bedeckt, seine Normal=Breite,
und die senkrechte Tiefe des Wassers seine Normal=Tiefe.
Das Winterbette ist der Raum, den der Fluß einnimmt,
wenn er über seine Normalbreite hinaus geht. Wenn ein
Fluß auch sein Winterbette übersteigt, so sagt man: daß er
austrete. Wenn er dagegen ungewöhnlich klein ist, und selbst
sein Sommerbette nicht anfüllen kann, so hölt er darin wieder ¬
einen schmälern, und nach Beschaffenheit der Orte einen
noch gekrümmtern Kanal aus. Beim Wiederanwachs des
Flusses wird man über diesem Kanal einen schnellern Wasserzug ¬
verspüren, und hier ist dann die Strombahn befindlich. ¬
Stromenge heißt der Ort, wo ein Fluß schmäler ist,
als seine Normalbreite daselbst, und Stauung, wo er
breiter ist, als jene. Wenn die Breite der Stauung die
Normalbreite eines Flusses mehrmals übertrifft, so nennt
man solches einen See, wodurch der Fluß seinen Lauf fortsetzt. ¬
Kolck heißt die Stelle in einem Flusse, wo er tiefer
ist, als seine Normaltiefe, und Untiefen befinden sich da,
wo er seichter ist.
Gebirgsflüsse haben bei ihrem starken Gefälle felsigte,
steinige und kiesige Betten, und fließen meist ohne Ufer in
ausgewaschenen Höhlungen, so daß wenn ihre Tiefe es nicht
verhindert, man in ihnen fast aller Orten durchwaten kann.
Die Flüsse des flachen Hochlandes haben schon an mehreren ¬
Stellen Ufer; in flachen Mittellanden haben sie fast
durchgehends Ufer, und in flachen Niederlanden schlängeln
sie sich in steilen Ufern, und mit Sande und Triebsande angefüllten ¬
Betten hin.
Die